Tipping Point
23. April 2009

Im gestrigen Vortrag des Zukunftsforschers Lars Thomsen habe ich von folgendem Versuch gehört: Wenn man einen Frosch in heisses (rund 70 Grad, nicht kochendes) Wasser gibt, dann wird er sofort herausspringen. Lässt man ihn erst in kühles Wasser und erhitzt dann dieses langsam und kontinuierlich auf dieselbe hohe Temperatur, wird er dies nicht überleben, weil der Tipping Point überschritten wurde. Dieser liegt in diesem Fall bei einer Temperatur von etwas über 40 Grad. Dann beginnt das Eiweiss im Blut auszuflocken und dies führt zu einer Unterversorgung der Muskulatur. Und wenn der Frosch realisiert, dass Gefahr besteht, kann er seine Glieder nicht mehr genügend schnell bewegen. Ein hässlicher und dennoch sehr interessanter Gedanke.
Tipping Points gibt es in der Wirtschaft (erst vor kurzem wurde einer überschritten), in der Führung, Politik, Sport, Umwelt, zwischenmenschlichen Beziehungen und – bestimmt auch – bei jedem Einzelnen. Bei mir. Es lohnt sich, darüber nachzudenken. Bin ich wachsam genug? Erkenne ich kleine Veränderungen? Habe ich den Mut und die Kraft schnell zu agieren?
Malcolm Gladwell schreibt: „Nicht alle Mitglieder einer Gruppe haben den gleichen Einfluss. Vielmehr haben einzelne Mitglieder einen überproportional großen Einfluss, Veränderungen herbeizuführen.“ Ich könnte das sein. Ich kann das sein. Ich kann Verantwortung übernehmen und mit Leidenschaft und Vertrauen Veränderungen bewirken. Bevor sie gegebenenfalls einen Tipping Point überschreiten. Die Gesellschaft bin ich. Und du.
Viele Grüsse, Dani Nieth
Provocative Therapy
17. April 2009

Der zweite von vier Tagen mit dem Altmeister und Begründer der Provokativen Therapie Frank Farrelly in Gresgen. Der Mann aus Wisconsin ist 77 Jahre alt und wird immer noch besser. Innert wenigen Minuten bringt er das Problem des Gegenübers auf den Punkt, führt es auf absurdeste Nebenschauplätze um es kurz darauf in sich zusammen fallen zu lassen. Tabus bleiben draussen, Freiwillige drinnen. Eine Session jagt die andere, jede ist unvergleichlich. Während dem Farrelly jegliche Muster von Klienten innert Kürze aufdeckt, lassen sich ebensolche in seiner Vorgehensweise nur schwer erkennen. Was bringt mir das? In erster Linie viel Spass und eine weitere Portion Unbeschwertheit. Ein ultimatives Anti-Jammer-Programm!
Osterende
15. April 2009

Das lange Wochenende, die Gratisferien, das Freizeitschnäppchen – wie gewonnen so zerronnen. Schon wieder passé – ein Jammer. Man hätte es wirklich besser ausnutzen können. Mit ausgiebigem TV-Konsum zum Beispiel. Vor allem am Karfreitag würden sie doch schon am Nachmittag diese schönen Jesus-Filme zeigen. Gott sei Dank: Er hätte für uns gelitten und wir könnten Kraft und Glauben aus seinem Leiden schöpfen. Aber doch nicht bei solchem Wetter! 15 Grad hätten gereicht. Müssen es gleich 22 sein?! Ist doch wirklich übertrieben. Weshalb kann es nicht dann Frühling sein, wenn man es am meisten braucht? Zum Beispiel in der dritten Februarwoche oder ab Mitte März oder so? Früher war das anders.
Unterwegs
7. April 2009
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unterwegs, könnte ja auch heissen, unter einem Weg, Hier in Venedig also unter Wasser.
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| Von eukomm |
Franz Stowasser befindet sich zur Zeit in Venedig und berichtet von dort, wie die Menschen mit 1,30 m Hochwasser umgehen und die Touristen mit Regen, Regen und nochmals Regen
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| Von eukomm |
Weshalb beschweren sich die Leute hier nicht? Tun so, als gäbe es kein schlechtes Wetter, gehen in die Museen wenn es draußen zu naß wird und sind voller Hoffnung, dass morgen die Sonne scheinen wird? Vielleicht verstehen sie nichts vom Jammern, oder sie wissen nicht, wie eine Krise herbeigeredet werden kann, nichts von Glaubenssätzen und Vorahnungen,, nichts von Botschaften, die richtig zu deuten wären – obwohl, das wäre ja von den Venezianern kaum anzunehmen.

