Allgemein, Ideen und Gedanken, Lebenshilfe, Philosophie

Nicht wissen wollen?

Eigentlich interessiert es mich wirklich nicht, denn diese Türe steht unattraktiv in irgendeiner Bahnhof-Unterführung im Kanton Bern und ringt um etwas Beachtung. Soll sie doch. Letztlich steckt nicht mehr dahinter, als ein lächerlicher Provokationsversuch einer übermotivierten Kunst-am-Bau-Fraktion in einem tristen Vorort. Pffff. Was soll dahinter schon sein? Kabelsalat? Styropor-Schachteln mit Ketchup-Resten? Gratis-Zeitungen? Grosses Kino, hahaha.

Es interessiert mich mehr, weshalb ich stehen blieb. Weshalb wollte ich es trotzdem wissen? Weil ich mir keine Vorschriften machen lassen will? Weil mein Hirn das „nicht“ nicht interpretieren kann?  Was hindert mich daran, zu handeln? Angst vor fremder Realität?  Zu feige für Verantwortung? Fritzl hat seiner Frau wahrscheinlich Ähnliches einsuggeriert. Und Breivik hat sich hinter verschlossenen Türen vorbereitet.

Ich habe nicht einmal versucht, die Provokations-Türe zu öffnen. Insofern hat der Spruch meine Neugierde lahmgelegt. Oder irgend eine Vernunft aktiviert. Oder sonst was. Wer weiss.

Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss. So kommt man meistens gut durch das Leben.

Standard
Glaubenssätze

Handeln im Beziehungsnetz

Nicht nur in Krisenzeiten heißt es oft: Handeln, nicht reden! Wer so redet will Erleichterung, will seine Hände, seine Muskeln bewegen und sich Erleichterung verschaffen, sich vielleicht sogar befreien, aus einem Beziehungsnetz, das ihm/ihr im Augenblick etwas eng wurde.
„Wir tun etwas, wenn wir kommunizieren. Wir verbrauchen Kalorien, bewegen Muskeln, produzieren Ideen, stellen etwas dar oder versuchen etwas zu verbergen. Wir handeln in mindestens zwei Richtungen. Gegenüber unserem Kommunikationspartner und in Bezug auf uns selbst. Wie wir uns selbst gegenüber handeln vergessen wir vielleicht manchmal. Doch wird jedes Wort, das wir sprechen, jede Geste, die wir machen, auch – und zuerst – von uns selbst wahrgenommen. Wir verändern uns in jeder Kommunikation selbst, auch wenn wir annehmen, wir wären nach einem Gespräch noch genau die selbe Person wie vor diesem Gespräch.
„ Es ist genau so wie im Gespräch, das wir mit jemanden nur zu dem Zwecke führen, um ihn kennen zu lernen, d. h. um seinen Standort und seinen Horizont zu ermessen. Das ist kein wahres Gespräch, d. h. es wird darin nicht die Verständigung über eine Sache gesucht, sondern alle sachlichen Inhalte des Gesprächs sind nur ein Mittel, um den Horizont des anderen kennen zu lernen. Man denke etwa an das Prüfungsgespräch oder bestimmte Formen ärztlicher Gesprächsführung. Das historische Bewusstsein tut offenbar Ähnliches, wenn es sich in die Situation der Vergangenheit versetzt und dadurch den richtigen historischen Horizont zu haben beansprucht. In beiden Fällen hat sich der Verstehende gleichsam aus der Situation der Verständigung zurückgezogen. Er selber ist nicht erreichbar. Indem man den Standpunkt des anderen von vornherein in das mit ein rechnet, was er einem zu sagen beansprucht, setzt man seinen eigenen Standpunkt in eine sichere Unerreichbarkeit.“ Gadamer, Hans-Georg, S. 308 Ges W. Bd. 1

Dieses Zitat zeigt, dass wir, wenn wir dachten immer der Selbe, die Selbe zu bleiben, bisher mit einem sehr unvollständigen Testsystem, einer ungenauen Selbstwahrnehmung gearbeitet haben. Wir sind zum Beispiel in einem Gespräch um den Gesprächszeitraum älter geworden, haben unsere Meinung dargelegt und vielleicht ein wenig geändert, haben Sätze sorgfältig geformt und gesprochen, haben unsere Ansichten in einem neuen Umfeld erprobt. Wir sind nicht mehr derselbe / dieselbe.“

zitiert aus: Partnerschaftliche Kommunikation
ISBN 3-9809189-0-4 über www.Think-Seminars.com

Standard
Glaubenssätze

Buch-Staben

Grad seh‘ ich, was ich im Juli 2007 schrieb. Und, da das internet Neuigkeiten mit ca. 4 Jahren Verzögerung herausbringt, denke ich, dass ich damit sehr aktuell wirke:

Buchstaben verhalten sich wie Menschen. Von Menschen erfunden und weiterentwickelt trägt der Buchstabe die menschliche Gedanken- und Gefühlswelt in sich und nicht nur das, er drückt sie auch aus, die Gefühls- und Gedankenwelt. Nicht jede(r) erkennt sofort, wie wohl sich Buchstaben nebeneinander fühlen, wie sie kuscheln, wie das dicke D an das schlanke i oder das kopflastige P sich an das in sich gekehrte e anlehnt, wie sich das tiefgründige g mit seinem Haken etwas aus dem Keller holt um es gemeinsam mit dem drögen l zu verspeisen, was das l dick macht, zum b vielleicht oder stark, voll muskulös zum B.
Und erst in einem Wort wie zum Beispiel Dackel, das so dick mit einem D Bauch beginnt und in sich selbst zum a wackelt, den Schwanz über den eigenen Rücken wedelnd und im c den A….. offen, was aber im öffentlichen Park nicht sein darf, deshalb das Schäufelchen k zum wegputzen. Die Buchstaben e und l habe ich oben schon besprochen und ich werde mich hier nicht wiederholen, im Gegenteil, ich schreibe jetzt NICHTS mehr, ich nicht.

Standard
Glaubenssätze

Neuigkeiten

gibts ja eigentlich gar nicht. Aber wir können so tun, als sei die o/1 Rechnung unserer Computer neu, obgleich die Chinesen diese schon vor ein paar tausend Jahren hatten – 2010 haben sie’s gemerkt: http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,697924,00.html Oder vielleicht die Nanotechnik, darin sind uns die Pflanzen immer noch voraus. Was wir können ist, uns was einbilden und so tun, als seien wir sehr klug. Das kann man/frau üben. Einfach ein paar Buzz-Words http://de.wikipedia.org/wiki/Buzzword-Bingo anlesen und dann überall mitreden. Mehr Buzz-Words anlesen und merken und sich in Talkshows einladen lassen. Noch mehr Buzz-Words reinsaugen und Artikel schreiben wie diesen hier: http://www.heise.de/tp/artikel/35/35008/1.html Noch mehr und ……. der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für mich wär’s eine Neuigkeit, wenn sich mal mehr als 4 Menschen vertragen würden, sich gegenseitig fördern und bereichern. Hat jemand so eine Neuigkeit für mich?

Standard