Was coachen wir denn da, wenn wir uns selbst coachen? Auf was beziehen wir uns, wenn wir uns auf uns selbst beziehen? Wo wir doch selbst gar nicht sein können, ohne den anderen, der/die uns Reflexion ermöglicht.
Wenn, wie zur Zeit, die Börse schlecht steht, geht es dem Herrn auch nicht besonders gut. Manchmal wacht er früh auf, so wie heute und will noch schnell alles in Ordnung bringen – da gibt es aber nichts in Ordnung zu bringen. Da gibt es keine Ordnung, die er beeinflussen könnte. Seine Ordnung besteht in stoischem Weitergehen.

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Zeit brauchen

10. Mai 2012

Aha.

Ich darf 3 Stunden gebraucht haben. Von was? Wofür? Seit wann? Absolut oder relativ? Ich darf? Wer verfügt über diese Rechte?

Kann ich Zeit brauchen? Sie anhalten? Beschleunigen? Verschwenden? Verschenken? Geniessen? Verwünschen?

Zeit fliesst. Sie rennt. Sie fliegt. Sie kommt und vergeht. Sie verrinnt. Manchmal steht sie einfach still. Welchem Betrachter soll man glauben?

Zeit und Raum sind mit dem Urknall entstanden, heisst es. Was war dann eine Sekunde vor diesem Ereignis?

Ich gebe auf. Ich habe keine Zeit für Gedanken an dieses verwirrende Konstrukt.

So eine blöde Tafel, die da wichtigtuerisch auf dem Golfplatz von Otelfingen im Rasen steckt. Keinen Ball habe ich danach mehr getroffen: Mein Timing war Vergangenheit und ich sah gegenwärtig keine Zukunft mehr.

So ein Jammer.

Faul, wieder so ein Biologismus, der auf menschliches Handeln übertragen wird. Ein Apfel, eine Birne kann faulen, ein Mensch lässt im Darm faulen, aber “faul sein” kann er nicht. Das zeigt auch Oswald Sigg in seinem Beitrag zum Antrag des BGE – Bedingungsloses Grundeinkommen:

DIE FAULHEIT IST ANSTECKEND
und birgt somit die Gefahr, zur übertragbaren Krankheit zu werden. Die Fäulnis kann sich von den BGE-anfälligen Schichten – in erster Linie Jugendliche, vermutlich aber auch Frauen und Kinder – als Epidemie auf die ganze Gesellschaft ausbreiten.
WIR VERGESSEN IMMER wieder, dass es mitten unter uns einen wachsenden Bevölkerungsteil gibt, der seit langem BGE-angesteckt ist. Es sind die AHV-Empfänger, vorwiegend ältere Frauen und Männer. Kaum erhalten sie die Rente, gehen sie nicht mehr arbeiten, sondern bleiben einfach zu Hause. Zitiert aus: http://www.grundeinkommen.ch/wp-content/uploads/das-recht-auf-faulheit.pdf

Vergessen wir also nicht immer wieder, sondern erinnern wir uns, wie wir schon als 16 jährige an Rente dachten um genügend Geld für ein Töff zu haben. Die Sicherung der Grundbedürfnisse ist eine humanistische Forderung. Einer Maschine wird die Sicherung ihrer Grundbedürfnisse vor Inbetriebnahme zugestanden – kaum jemand versucht heute noch ein Auto ohne Öl zu fahren und ohne wenigstens ein paar Liter Treibstoff in den Tank zu füllen. Auch Katze, Hund und Nympfensittich werden gefüttert. Menschenkinder jedoch müssen sich vom Krabbelalter an beweisen, sonst kommen Bobath und Volta, dann Sprechförderung, die ersten Siege im Kindergarten, schulische Glanzleistungen in Förderklassen, Zertifikate und Karrieresprünge in den ersten beruflichen Jahren und in den parallel laufenden musischen und sportlichen Aktivitäten. Sitzt jemand einfach nur da, ohne Hände und Finger zu bewegen, wird er als Mann entweder sofort zum Papst gewählt (es gibt eine kleine Geschichte über einen Buben in Italien der schweigt, nichts tut und dabei wichtig dreinschaut. Für seine Umwelt gilt das als Andacht und er wird Papst) oder zur Arbeit angehalten. Dabei ist die Art der Arbeit nicht maßgebend, Hauptsache, in Bewegung bleiben.

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