Der Herr schnarcht
11. Februar 2011
und er schnarcht manchmal so laut, dass er nicht mehr im Liegewagen mit dem Zug fahren möchte, denn die Mitschläfer wirkten morgens sehr unausgeschlafen. Doch was stört er sich eigentlich an den Gesichtern der Mitschläfer? Er bedauert sie, wie er auch, hätte er sie denn, Nachbarn bedauern würde, die seine Musik mit anhören müssten. Der Genuss von Geräuschen scheint nicht so viel Freiwilliges zu haben wie das Betrachten eines Bildes. und vielleicht mindert gerade dieser Mangel an Freiwilligkeit den Hörgenuss, zumindest den Hörgenuss des Herrn. In Ländern mit wohlklingender Sprache wie Portugal oder auch an manchen Orten Italiens kann er die Reden der Leute als Musik empfinden und diese Musik genießen. Keine Sekunde hat er das Bedürfnis diese Musik verstehen zu wollen, im Gegenteil, ein Verständnis hinderte ihm am Genuss.
Wahlmöglichkeit
1. Februar 2011
Der Herr schaut aufs Meer
und sieht die blauen Wellen, jetzt,bei diesem Wind mit weißen Kronen von rechts nach links treibend. Der Herr fühlt sich als ein Mittelpunkt dieses Treibens, abwechseln mit den einzelnen Wellen, die er betrachtet. Das Meer hat viele Farben, vom tiefen Ultramarin bis zum hellen Grün und der Herr hat viele Gedanken. Diese Gedanken ziehen jedoch nicht wie die Wolken und die Wellen von links nach rechts, sondern auch gegenläufig in verschiedene Richtungen. und als der Herr dies beobachtet fällt ihm auf, dass Wellen und Wolken ebenfalls in die unterschiedlichsten Richtungen treiben, oft gleichzeitig. Eindeutig definierte Richtungen erscheinen jetzt als Reduktion der Wolken- und Meereswellenbewegung, als Reduktion, die gerne zur Vorschrift für menschliche Entscheidungen genutzt wird. Nachdem die Entscheidungsgrundlagen auf zwei ähnlich unattraktive Alternativen reduziert wurden, sollen wir uns für eine diese Alternativen entscheiden und so Stärke und Entscheidungskompetenz demonstrieren. Der Herr verzichtet.
Verboten
24. November 2010
ist dieses Video bis jetzt noch nicht. Der Inhalt berührt jedoch so jämmerlich, dass wir auf ein Verbot zu Gunsten der Volksgesundheit sicherlich nicht mehr allzu lange warten müssen:
Rechtfertigung
6. Mai 2010
Lebensberatung
24. März 2010
Lieber Franz
Dein Aufruf ehrt mich. Danke! Und verwirrt mich zugleich: Quoten bolzen mit Alltäglichkeiten? Es sollen möglichst viele Menschen unseren Blog lesen und Handlungsanleitungen für ein besseres Leben erhalten? Nun – lass mich mal überlegen. Hmmm… Am Besten überbrücke ich mit einer Definition von Jammern – heute vom TV-Lebensberater Eric Vincent:

Eric Vincent
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Fluß und Überfluß
15. März 2010
“Knappheit”, so zitiert mein Kollege Dani Nieth in seinem letzten Beitrag gängigen Ansichten der Volks- und Betriebswirtschaftler “schafft Begehrlichkeit eines Gutes”. Das Zitat liest sich gut und behauptet doch gleichzeitig Unsinn. Denn knapp sind ja zum Beispiel auch meine Videos, die ich bei Youtube einstelle und nur sehr wenige begehren sie zu sehen. Knappheit ist außerdem oft Resultat ausschweifender Nutzung. Wenn das Trinkwasser demnächst zum knappen Gut erklärt wird, dann auch deswegen, weil wir es zum reinschei…., kühlen, verdrecken, versalzen etc.. benutzt haben. Es war nicht knapp, wurde aber knapp gemacht. So gesehen gibt es gar keine knappen Güter, sondern nur verknappte und auch das steigert die Begierlichkeit nur bei sehr wenigen. Gerade lese ich einen Werbespot: “Zu Ostern gibt es eine Nacht gratis!” Da wundere ich mich sehr, denn für eine Nacht hatte ich noch nie etwas bezahlt, die kam bisher nach jedem Tag. NEIN! Wir wissen nicht, was gemeint ist! Es KANN ein Hotelzimmer sein, eine Autovermietung, eine Werkzeugvermietung, ein Schwimmbecken, ein Vorleser, ein Kino, ein Restaurant, oder dass das Jahr eine Nacht mehr bekommt, etc…
Irgendwas ist falsch an diesem Konzept der knappen Güter und am Begriff “Gut”. Finden Sie’s raus?
Eine Meinung haben
18. Februar 2010
“Mit kaum einem anderen Wort wird wohl so viel Unfug getrieben wie mit dem Wort Wissen” – jammerte unlängst mein werter Freund Stowasser Franz. Nun, ich weiss nicht. Ist es vielleicht besser, wenn jemand anstatt Wissen einfach eine Meinung hat? Oder einen Glauben? Wo liegt der der Unterschied? Handelt es sich bei solchen Outings nicht generell um ein vorläufiges Fürwahrhalten? Das Meinen ist in diesem Sinne also keine Form des Urteilens, sondern der Aufschub eines definitiven Urteils. Und als solches Ausdruck einer modernen, unverbindlichen Skepsis. So haben sich im Laufe der Zeit so richtige Kampf-Meiner entwickelt: keine Ahnung von gar nix und doch zu allem eine Meinung.
Lieber Franz, meiner Meinung nach wird auch mit Glauben und Meinung viel Unfug betrieben. Das glaube ich nicht nur, das weiss ich auch, weil ich meine, es so richtig zu spüren. Spürst du es auch? Und was meinst du dazu? Weisst du etwas, was ich nicht weiss? Ich glaube schon.
Nicht Wissen
7. Februar 2010
Mit kaum einem anderen Wort wird wohl so viel Unfug getrieben wie mit dem Wort “Wissen”. Da behaupten manche, Wissen könne man kaufen, Wissen vorenthalten, Wissen horten, Wissen weitergeben oder Wissen missbrauchen, denn Wissen sei Macht. Dabei wird auf eine Gleichung hingewiesen, die zwar richtig klingt, sich bei näherer Betrachtung jedoch als Quatsch herausstellt. Würde die Gleichung “Wissen = Macht” halten, was sie verspricht, dann könnten wir sie auch so lesen: “Macht = Wissen”
Na?
Und?
Tja, da zerfällt die schöne suggestive Gleichung, denn wir wissen ja, dass die Mächtigen oft sehr wenig wissen und dass ihre Macht ganz andere Gründe hat. Ein “=” Zeichen können wir nur dann setzen, wenn wir tatsächlich eine Gleichung meinen und dann sollte die rückwärts gelesen auch stimmen – wie zum Beispiel 2 + 3 = 5 / 5 = 3 + 2
“Ja”, sagen die “Wissen = Macht” Konstrukteure, “wir meinen ja, dass Wissen zu Macht führt.” Und auch hier klingt der Unsinn wieder gut. Wissen führt nirgendwo hin und schon gar nicht zu Macht, das weiß jeder, der schon einmal in einer Universitätsstadt Taxi gefahren ist. Da kann es leicht passieren, dass ein Doppel-Doktor der Philosophie und Bibliothekswissenschaft die Droschke lenkt. Nun erscheint es so, als hätten Wissen und Macht gar nichts miteinander zu tun, als seien das völlig unterschiedliche Worte deren Bedeutung wir nur zu kennen glauben, aber nicht kennen. Zur Definition des Wortes Macht gibt es meterweise soziologische Literatur, so einfach scheint dieses Wort also nicht zu sein, und vom Wissen will ich schweigen, das bewegte die Philosophen un Philosophinnen seit Jahrtausenden.
Was wissen wir also?
Und, wer findet das jämmerlich?
Klare Bergsicht
27. Dezember 2009

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