Eigendumm
4. März 2011
Glück – Pech – Glück – Pech
4. Januar 2011
Glück besteht in der Kunst, sich nicht zu ärgern, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern sich zu freuen, dass der Dornenbusch Rosen trägt.
(Arabisches Sprichwort)
Jaja. Bestimmt. Wird schon so sein. Vielleicht nicht für alle gleich einfach zu meistern.
Glück bedeutet nicht, das zu kriegen, was wir wollen, sondern das zu wollen, was wir kriegen.
(Unbekannt)
Und wo liegt hier bitte der Unterschied? Ich will etwas und kriege es. Ich kriege etwas und will es. Mathematisch gleichbedeutend. In sich, auf der Zeitschiene betrachtet, ändern sich die Dinge. Das eine Wollen wird kriegerisch, das andere demütig. Von mir aus.
Eigentlich ein komisches Wort. “Glück”. Glück. Glück. Wenn man das so eine gewisse Zeit lang wie als Mini-Mantra vor sich hin denkt, redet oder liest verliert es nicht nur an Bedeutung, es wird fast lächerlich. Glück. Glükk. Ück. Ükkück. Haha. Hühü.
Fragen wir den Weihnachtsbaum:
Zuerst hatte er Glück. Wuchs in einer gepflegten Baumschule auf, nicht besonders wild, dafür behütet. Jahr um Jahr ahnte er, wie viel Glück er hatte, wenn er Weihnachten draussen, mit seiner immer kleiner werdenden Familie, erleben durfte. Denn kaum wurde es Winter, holten sie seine älteren Geschwister. Dieses Jahr hatte er Pech.
Der Weihnachtsmarkt war nicht romantisch, immerhin hatten sie ihm noch kein Netz verpasst – er stand auf wackeligem Stumpf, langsam ausblutend, in einen Stahlständer geschlagen, auf dem Pflastersteinbelag vor dem Rathaus, hatte etwas Umschwung und fror. Von Aussen war er schön anzusehen. Regelmässig, dicht und kräftig, schöner Doppelspitz, amputierte Wurzel. Er kam rasch weg und hatte Glück.
Drinnen, an der Wärme, wo es nach Zimt roch, wurde er geschmückt, behängt und bewundert. Man beachtete ihn, achtete ihn, liebte ihn. Es ging ihm gut. Im Vergleich zum Truthahn sowieso. Eigentlich wollten sie ihn bis zum 6. Januar stehen lassen. Dort in “seiner” Ecke. Doch bereits an Sylvester wurde über ihn geschnödet und am nächsten Morgen kam er dran. Innert Rekordzeit abgeräumt, aus dem Ständer gezogen und aus dem Fenster geworfen. Pech.
Jetzt liegt er da, seit drei Tagen, man geht an ihm vorbei, nicht achtlos – doch tun kann man ja nichts mehr.
Ein Elch isst pro Tag zwei Tannenbäume. Aber nur die, welche nicht geschmückt wurden, also die Unverkauften. Wegen Lametta und Wachs und so.
Glück gehabt. Wer weiss.
Danke
27. Dezember 2010
Aeugst am Albis, 26. Dezember 2010, 16.35 Uhr
Ich bin Mitglied keiner Kirche und war früher mal evangelisch. Oder reformiert. Der Unterschied ist mir bis heute nicht klar. Jedenfalls war ich nicht katholisch und doch Christ. Es war und ist mir auch wirklich egal, wer an was glaubt. Ich mag diese Diskussionen um Religionen und Brauchtum nicht und weiche ihnen so gut es geht aus. Und hoffe, dass mich auch weiterhin alle in Ruhe lassen, die von mir in Ruhe gelassen werden.
Die wirklich zauberhaft winterliche Weihnachtszeit wurde heute Abend von einem bombastischen Sonnenuntergang gekrönt. Ich sass lange in meinem Sessel am Fenster und liess mich von diesem Naturschauspiel verwöhnen. Die Berner 4000er am Horizont wurden trotz zunehmender Dunkelheit immer heller, während die rote Kugel langsam im fernen Westen verschwand. Und mit dem Verschwinden des letzten Sonnenstrahls erschienen am Himmel plötzlich dutzende kleine Kondensstreifen von Flugzeugen, wie Kometen in Zeitlupe.
Und dann hatte ich das Bedürfnis, zu danken. Irgend jemandem. Für alles. Das sind sehr spezielle Momente. Allerdings auch ein wenig blöd, denn wem soll der Theist danken? Dem Glauben, dass es wohl so etwas wie einen Gott gibt und man ihn nennen kann, wie man will? Zum Besispiel Universum oder so? Ist zu unpersönlich und in diesem Moment auch unromantisch. Also habe ich mir ein leises “Danke, lieber Gott” ausgeliehen und es hat sich angefühlt wie früher, als ich noch nicht so kompliziert dachte.
Harte Zeiten
15. Dezember 2010
Zur Zeit jammern vor allem die Borkenkäfer. Sie haben allen Grund dazu: Temperaturen um -5° C.elsius. Brrrr. Und sie jammern ziemlich einsam, denn sie haben seit langer Zeit keine Presse mehr. Sie wurden schlicht und einfach von Bomben im Irak, Öl im Golf, Wasser in Pakistan, Berlusconi in Italien, Kachelmann in Frauen, und so weiter, überrannt. Tja.
Andrerseits sind das auch gute Nachrichten für die Borkenkäfer, denn wer sich quasi anonym in der Menge bewegen kann, ist privilegiert. Kann Energie sparen und sich ungestört auf den nächsten Auftritt vorbereiten. Berühmtheit und Präsenz ist nicht alles. Hat nicht nur Vorteile. Manchmal zwar schon. Anyway – think positive – der nächste Sommer kommt bestimmt! Irgendwann…
PS: Vielen Dank Franz für deine Beiträge. Wirklich hochstehend. Und entschuldige meine Sendepause. Ich mache jetzt auch wieder mit. Eher bodenständig. Man macht, was man kann.
Klappentexte
1. Dezember 2010
Zusammenarbeit wird zeitnah im und für die Ästhetiken der kommutablen Klappentexte assoziiert. Die Produktionsmodi vereinheitlichen in der flexiblen Praxis eine stellvertretende eloquente Abwandlung. Die Funktion als Netztheorie urbanisiert die Klappentexte und präzisiert diese vor allem als Reizüberflutung. Diese Netzwerkaktivitäten sind eingängig und symptomatisch. Jede künstlerische Beschreibung mündet in einer Kybernetik, die in normativen, existenziellen oder typologischen Anstrengungen fluktuiert und zur Provokation mit schematischen Materialien wird. Zusätzlich kalibriert diese den Leerraum zu einer Publikation der Übergänge und revidiert als präzise Netzkultur eine Wechselwirkung mit den Planungsprozessen, welche wiederum durch Reizüberflutungen gekennzeichnet sind. Der Konsens, als Ort der Produktion NULL, in dem Affirmationen des Dokumentarismus fallweise stilistisch wiederholt werden schmälert den Distanzgewinn und trägt zu adäquaten Netzwerkaktivitäten bei. In Rerefenz zum Arbeitsprozess sind die emanzipatorischen Katalysatoren jene Rhizome welche zusammenhängend und eloquent einheitliche Exkurse verifizieren.
Für diesen Beitrag bedanken wir uns auch bei http://worte.at
Verboten
24. November 2010
ist dieses Video bis jetzt noch nicht. Der Inhalt berührt jedoch so jämmerlich, dass wir auf ein Verbot zu Gunsten der Volksgesundheit sicherlich nicht mehr allzu lange warten müssen:
Sommerjammer
5. Juli 2010

Zuerst das 1:0 gegen Spanien. Dann das 0:1 der Deutschen gegen Serbien (komisch, dass deshalb hier zu Lande so gejubelt wurde, obwohl ja so viele Deutsche hier leben). Dann die gänzlich unverdiente Niederlage gegen Chile. Jammer. Dann King Rogers Aus in Wimbledon. Autsch. Jammerjammer. Dann das 0:0 gegen Honduras und… Tschüss! Triplejammer.
Neue Glücks-Strategien sind gefordert.
Verbrüdern mit den Deutschen? Sie spielen wirklich überzeugend gut und die Schanngse, am Schluss mit zu feiern, steht nicht schlecht. Oder Sympathien Richtung Oranjes entwickeln? Hup-hup? Lustiges Volk, nur etwa doppelt so viele wie wir, allerdings mit rund 10 mal mehr Wohnwagen (brauchen für die Alpendurchquerung eine Extra Vignette, danke). Spanien? War ich schon, gefällt mir, Tapas und Flamenco und so. Dass der Rafael den Roger abgelöst hat eher weniger. Uruguay? Sympathisch. Erster Fifa-Weltmeister überhaupt. Seit 40 Jahren nicht mehr so weit gekommen. Kleines Land, 80% Einwanderer aus Europa, vor allem Deutsche (ha!), wenig Finaljubelpotenzial.
Darf man für Deutschland UND Holland gleichzeitig sein? Ist das opportunistisch oder unecht? Dürfen wir nirgends mehr mitmachen? Globaljammer.
Mainstream II
27. Mai 2010
Der Mainstream (englisch, wörtlich Hauptstrom) spiegelt den kulturellen Geschmack einer großen Mehrheit wider, im Gegensatz zu Subkulturen oder dem ästhetischen Underground. Der Mainstream ist eine Folge einer Kulturdominanz.
Prima. Wenn also irgendetwas den Meisten gefällt, dann ist es Mainstream. Er verbreitet sich, dominiert und wird unauffällig gefällig. Dann wird er brav und später bieder, wie seine Zielgruppe oder Rolf Knie-Sujets auf Duschvorhängen in Grossverteiler-Verkaufsregalen. Dann versiegt der Mainstream, weil er der Mehrheit nicht mehr gefällt. Er trocknet sich systematisch selber aus. Einige halten sich dennoch lang, schaffen es sogar zum Klassiker, wie zum Beispiel die Grillwurst. Wobei es ja bald keine Darmhäute mehr gibt und dann ist auch Schluss.
Blöd ist es auch für die Subkulturellen und Underground-Ästheten. Die geben sich doch immer so Mühe, anders zu sein. So avantgardistisch, so frei. Dabei verhalten sie sich so auffällig unauffällig, dass sie rasch entdeckt und nachgeahmt werden. Von rundherum sickern die Groupies und die Trend-Scouts rein und schon schwimmen die Schöpfer im Mainstream. Den Rest kennen wir: Ein langsames, schmerzendes Sterben einer kurz aufgeflammten unabhängigen Stilepoche. Und das verkrampfte Suchen nach Individualität und Überlegenheit beginnt von vorn. Hier ein kleiner Tipp für alle, die sich wirklich von der Masse abgrenzen wollen: Lassen Sie sich Ihre Initialen ins Designer-Hemd sticken. Einigen hat das schon geholfen.
Mainstream
24. Mai 2010
Mainstream – die Erläuterung, bzw. Erleuchtung: Der Mainstream ist mit 524 Kilometer Fließstrecke der längste rechte Nebenstream des Rheins. Der Stream führt, für mitteleuropäische Streams ungewöhnlich, von Osten nach Westen und verläuft dabei sinnlos entlang mehrerer fränkischer Mittelgebirge, unbedeutender Kleinstädte, der langweiligen Silhouette Würzburgs und durch das fränkische Fuselweinbaugebiet. Also völlig absurd. Kurz oberhalb der Mündung verläuft der Mainstream durch die mit zahlreichen Brücken verbundene Innenstadt Frankfurts. Unglaublich. Und nun ist Mainstream also plötzlich messbar. 524 Kilometer! Nicht schlecht. Da muss sich die Masse anstrengen, wenn sie mithalten will.
Etwas Anderes – auch ebenso Bemerkenswertes – ist mir aufgefallen, als ich bei der Recherche zum Thema Mainstream, also Handstrom, auf die auffällig klare und unmissverständliche Hypohese von Maitl stiess:
Während Mahpilli drei mal vorkommt, davon einmal als Hueyi, schaffen es die andern Mainstreams nur ein mal, von der Hand von Bedeutung zu sein. Mahpilxocoyötl sieht da links oben aussen ausserdem ganz schön beschissen einsam aus. Was lernen wir daraus? Keine Ahnung. Wenn es Sie wirklich interessiert und Sie das Gefühl haben, man müsse immer irgendetwas lernen und überall seien Zeichen, dann fragen Sie doch Maitl. Und jammern Sie bitte nicht. Damit das auch wieder einmal gesagt ist.
Sorry, ist heute wohl nicht so main Tag.





