Gut und Übel

9. März 2010

Etwas ist darum ein Gut, weil sein Besitz besser ist als sein Nicht-Besitz. Etwas ist darum ein Übel, weil sein Nicht-Besitz besser ist, als sein Besitz. Güter werden begehrt; Übel werden gemieden. Wir begehren etwas,das wir nicht haben, aber haben möchten. Und umgekehrt. Besitzen wir das begehrte Gut, dann steigt unser Wohlbefinden; stösst uns ein Übel zu, dann verringert sich Dieses. Ein Übel ist ein Mangel an einem Gut. Hätten wir ausreichend Güter, würden wir nie an einem Übel leiden. Wir haben aber nicht ausreichend Güter, capito?

Wir sind übelanfällig und schliesslich erkranken wir aufgrund von Gütermangelerscheinungen. Maktub, würde Coelho meinen. Schicksal – es steht geschrieben. Adam und Eva haben uns das eingebrockt. Seit sie das Paradies verlassen mussten, steht menschliches Leben unter einem unerbittlichen Regiment der Knappheit. Praktisch nichts ist im Überfluss vorhanden. Vieles ist knapp: nicht nur die materiellen Güter, auch die der Seele und erst recht die des Verstandes. Auch das Leben selbst ist knapp- schwupps und schon vorbei. Am Schluss merkt man dann, dass man doch nicht so viel davon hatte und gerne mehr davon gehabt hätte. Ein berechtigter Anspruch? Oder eine unerfüllte Hoffnung auf  Gerechtigkeit? Welche Gerechtigkeit? Irreführende Semantik… die ist im Überfluss vorhanden!

(Auszüge aus Wolfgang Kerstings  Theorien der sozialen Gerechtigkeit und Ideen von Dani Nieth)

Es windet

3. März 2010

Jetzt windet es. Davor wars lange kalt und der Schnee blieb die ganze Zeit liegen. Wieso kann es jetzt nicht einfach windstill sein? Jetzt wo es endlich keinen Schnee mehr hat ausser am Waldrand? Dann könnte man es doch endlich wieder mal geniessen. Aber nein, bei diesem Wind geht ja kein normaler Mensch nach draussen. Höchstens die, die müssen. Die sollen aber nicht jammern, sie habe ja den Job angenommen oder sich einen Hund gekauft oder müssen ja unbedingt reiten. Nicht mein Problem.

Und dann – das kennen wir ja auch – kurz Frühling, sofort Hagelschäden, knapp drei Tage überschwüler Sommer mit Gewitterneigung und schon kommt der zähe Nebel zurück. Kalt, grau und nass. Wie eben noch. Diese Ahnung, dieses Wissen bringt den grössten Optimisten ins Wanken. Und zwar mächtig. Da kann man selber nichts dagegen tun, wenn es ja nicht mal die können. Früher hatten wir viel besseres Wetter. Wir konnten noch schlitteln und Drachen fliegen lassen. Aber heute ist das kaum noch möglich, bei diesen Bedingungen.

Nostalgie

21. Januar 2010

Ach, wenn ich an früher denke und an Autos….
Das waren Formen, das war Blech, da war der Lack so dick aufgetragen wie die Butter auf das Brot. Nicht der Windkanal sondern das Design hatte das Sagen. Ein schönes Auto sprach zu mir von Freiheit, Abenteuer, Luxus und duftenden Überlandfahrten.

Hier ein Klassiker, eine Isabella, wie glücklich und schön schon der Name. Es waren Zeiten des Aufschwungs – nicht für alle. Dem Firmengründer Carl F. W. Borgwarth wurde zum Beispiel übel mitgespielt und er überlebte den Untergang seiner Schönheiten nicht. Zum Jammern hatte er allerdings nie Zeit gehabt, so wird berichtet. Zigarre rauchend entwarf er immer neue elegante Auto-Modelle am Reissbrett. Vielleicht verliebt in sein eigenes Schaffen.

Klare Bergsicht

27. Dezember 2009

Weblog

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Urdemokratisch, mutig, weltoffen, tolerant – so haben wir Schweizer uns immer gerne gesehen. Mit dem Votum für das Verbot weiterer Minarette offenbart unser Land aber auch andere Züge, die von Engstirnigkeit, Ängstlichkeit und Abschottungswillen künden. Immerhin haben uns diese Eigenschaften während mehr als 700 Jahren vor fremden Herrschern bewahrt… Die selbsternannten Heimatschützer der Neuzeit haben gestern einen Erfolg errungen, der uns noch zu schaffen machen wird.

Von den 7,7 Millionen Einwohnern der Schweiz bekennen sich weniger als fünf Prozent zum Islam. Viele der Muslime haben sich recht gut integriert. Von der Gefahr terroristischer Anschläge hören wir hierzulande fast nur aus den Medien. Wo Schwierigkeiten mit Muslimen bestehen, können sie nicht durch ein Verbot von Minaretten gelöst werden. Aber der SVP gelang es, aus der Mücke Minarett den Elefanten Islamisierung zu machen. Die nun beginnende Kontroverse über die Umsetzung des Verbots dürfte dem Ausland gleichgültig sein. Leider wird aber die Botschaft vom 1. Advent keine eidgenössischen Grenzen kennen und weit über unser Land hinaus gehört werden.

Ich finde dieses Abstimmungsresultat unglaublich peinlich und habe Mühe, “unsere Schweiz” zu sagen, oder “unser Land” zu denken. Ich kann am Zoll nun definitiv nicht mehr stolz meinen Pass zeigen, weil zu viele komplett anders denkende und fühlende Meineid-Genossen denselben zeigen.

Jammern mit Schmidi

11. November 2009

Er muss es wissen: Schweizermeister im Geräteturnen, Kabarettist und Bildhauer. Und manchmal haut er auch Bälle:

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Max Frisch über Krisen

7. November 2009

Heute gibt es ein schönes Zitat ganz umsonst, vorgedacht von Max Frisch:

‘Eine Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.’

Merke: Kann sein, muss nicht, soll nicht, ist nicht. Deine Wahl!

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Jammern mit Andrej Isler

15. Oktober 2009

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Brief an mich

3. September 2009

ich schreibe mir, weil ich denke, dass das, was ich zu schreiben gedenke, ja doch keine(r) versteht. Ich finde mich unglaublich komplex und kompliziert. Wenn ich erst Emotionen und Gefühle in und aus mir hochsprudeln lassen würde, dann käme ich selbst gar nicht mehr dazu, diese zu ordnen. Und Ordnung braucht es doch, meine ich. Meine Ordnung. Ach, würden nur alle so denken wie ich und in ihren Gedanken Ordnung halten, das wäre eine einfache Welt. Weil so viele Leute anders denken als ich, deshalb habe ich oft so ein schlechtes Gefühl. Und einsam fühle ich mich auch, nicht verstanden noch dazu. Ich brauche doch einen anderen Menschen, einen, an dem ich mich reiben kann, und dessen Gedanken ich lesen kann. Denn, meine eigenen Gedanken lese ich nicht, die kenne ich ja schon. Aber bei anderen weiß ich immer gleich, was die denken oder was sie nicht denken wollen, das ist ja noch schlimmer.
Ich bin ein guter Chef, weiß, was meine Mitarbeiter denken (das ist ja meist ohnehin nicht sehr viel) und ein fürsorglicher Partner. Oft wollen Menschen nur ihren Kopf durchsetzen, ohne zu wissen, wohin es überhaupt geht. Da bremse ich dann gern und das finde ich auch gut. Ich bin dafür, sich erst zu informieren, dann handeln, sonst wird so viel Porzellan zerschlagen. Man kann nicht immer das Beste aller Leben haben. Manchmal gibt’s auch Krisen, auch persönliche Krisen – da muss man dann halt durch, am Ende des Tunnels geht dann schon das Licht aus.

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