Schattensprung ins neue Jahr
4. Januar 2013
Vorsätze gefasst und bereits vergessen
man soll sich ja nicht unnötig stressen
Vielleicht mal über den Schatten springen
doch das würde auch nichts bringen
Denn schon mit der Landung am Boden
wäre die Trennung wieder aufgehoben
Auch funktioniert es nicht jederzeit
zum Beispiel nicht bei Dunkelheit
Drum lasse besser alles wie’s ist
und produziere weiterhin Mist
Und als kleiner Willkommensbonus im neuen Jahr hier noch ein Ausgehtipp für alle, die lieber im Kollektiv jammern:

Stüssihofstatt 14, Zürich
Oder umgekehrt…
12. März 2010
Stowasser schrieb kürzlich:
Für alle Gläubigen eine Zeit der Einkehr in das Glaubenshaus. Für alle Meinenden eine Zeit des Lesens der dicken Samstagsausgaben der Zeitungen und dann Einkehr in das Wirtshaus zum Stammtisch um die neuen Meinungen auszutauschen und die alten Meinungen zu bestätigen. Für alle Wissenden Zeit genug den Garten vom Windholz zu befreien oder die Efeuhecke zu schneiden, bevor die Vögel nisten.
Nieth schreibt jetzt mit gleichen Worten in anderer Reihenfolge:
Für alle Einkehrer eine Zeit der Beglaubigung im Einkehrhaus. Für alle Dicken eine Zeit des Lesens der meinenden Samstagsausgaben der Zeitungen und dann Einwirten am Kehrtisch im Stammhaus um die neuen Tauscher auszumeinigen und alte Bestätigungen zu meinen. Für alle Efeuhecken Zeit genug Zeit sich selbst zu beschneiden, bevor sie im Garten vom Windholz gevögelt werden.
Die bessere Variante darf frei gewählt werden. Ist doch schön, wenn man Auswahlmöglichkeiten hat. Ausser man entscheidet sich nicht gern. Dann bleibt ja immer noch das Jammern…
Jammern mit Schmidi
11. November 2009
Er muss es wissen: Schweizermeister im Geräteturnen, Kabarettist und Bildhauer. Und manchmal haut er auch Bälle:
Am Ende einer Krise
10. Juli 2009

King Roger
Roger Federer ist zurück. Erst Paris und dann gleich Wimbledon. Nun ist er wieder der beste Tennisspieler der Welt. Und mit 15 Grand Slam Titeln der erfolgreichste Spieler aller Zeiten. Einer der eine Krise (er war zwar immer noch die Nummer 2 der Welt und die erfolgsverwöhnten Schweizer Medien jammerten auf Höchstniveau) eindrücklich gemeistert hat. Daran haben nun wirklich nicht alle geglaubt, ich auch nicht. Dieses feiffersche Drüsenfieber, dann dieses verflixte Roland Garros, seine Frau in Erwartung des gemeinsamen Babys und ein scheinbar unschlagbarer Nadal – Chapeau, Monsieur Federer, bien joué!
Ich habe die Tränen vermisst. Ist die Zeit der unkontrollierten Emotionen nun vorbei? Sind weniger Gefühle der Lohn für das Überstehen der Krise? Ist für ihn jetzt alles irgendwie normal? Auch die Interviews sind unpersönlicher geworden. Die Goldstreifen der neuen Bekleidung glänzen mehr als die Inhalte seiner Aussagen.
Krise? Welche Krise?
23. Mai 2009

Was für ein wundervoller Nachmittag am Zürichsee! Strahlender Sonnenschein am wolkenlosen, tiefblauen Himmel, sommerliche Temperaturen, fröhliche Menschen in Shorts und leichten Hemden vergnügen sich am und auf dem Wasser, sie spielen, essen, trinken, lachen, segeln, springen auf Wiesen, Wakeboards und ab Türmen und ich habe in diesem Moment nicht das Gefühl, dass sie das kollektive Unbehagen berührt. Wie machen sie das? Gibt es ein allgemeines Rezept? Wohl kaum und noch viel besser: Es offenbaren sich Tausende von individuellen Strategien. Bewusste und unbewusste. Sie sind vorhanden und wirken. Mir ist es egal, ob die äusseren Bedingungen einen Einfluss haben und ob die Stimmung an einem trüben Novembertag eher der vielzitierten Krise entsprechen würde. Viel wichtiger ist die entdeckte Ressource. Nicht als stehendes Wort, nicht als Erinnerung – viel mehr als gespeicherter und abrufbarer Prozess.
Wir kennen gute Momente und können sie nutzen. Wir können mehr, als uns nur wehmütig erinnern und Richtung Zukunft zu jammern. Wir können zum Beispiel das Gefühl dieses Samstags am See unserem Körper zeitlich unbeschränkt zur Verfügung stellen. Dazu können wir unsere individuellen Prozesse modellieren. Sie entdecken, auseinandernehmen, zusammensetzen, verstehen, akzeptieren und nutzen. Klar – wir können dies ebenso auch mit den schlechten Erfahrungen. Funktioniert bestens und nützt nichts.
Wir haben offensichtlich eine Krise mit wohltuenden Pausen. Eine Art Krise. Vielleicht sogar eine Chance, wie die Chinesen meinen. Auch hier brauchen wir lediglich eine Änderung des Bezugsrahmens.
Crisis? What crisis? Danke du schöner Tag.























