Zeitstrukturen, Sprachstrukturen. Heute demontiere, dekonstruiere ich die Sprache, das ist der Bewegimpuls, damit die früher gemachten Versprechungen nicht mehr wahr sein sollen, nicht mehr gegeben sein sollen. Denn, wenn alles Konstruktionen sind, die auch auf der Unkenntnis der suggestiblen Wirkung von Glaubenssätzen und Generalisierungen gegeben wurden, dann handelt es sich bei vielem Gesprochenen um reinen Unsinn. Wer könnte also wirklich wollen, dass dieser Unsinn eingehalten werde?

Eine Motivation des Sprachforschers Franz ist es also, sich aus den Versprechern-Versprechungen freizukaufen. Eben, Versprechungen als Versprecher zu erklären. Die Philosophie kommt plötzlich nicht mehr als freiwillige Beschäftigung daher, das Schreiben nicht mehr als eine Maschine um irgendwann einmal Geld zu produzieren, sondern als eine Freikaufmetapher, als der Wunsch, sich aus den selbst gebastelten Zwängen wieder zu befreien. Nicht das Verhalten des anderen erzwingt so sehr die Distanz, sondern die in guten Zeiten über die dortige Gegenwart hinaus gegebenen Versprechen, die jetzt eingelöst werden sollten und als Zwang, als Gefängnis erscheinen. Im Versprechen versprechen – ich hatte mich versprochen, das habe ich Dir versprochen.

 

Eros, Kosmos, Logos

17. Juli 2012

Nachdem der Herr dieses dicke Buch gekauft hat fragt er sich nach 162 Seiten, was diese Art Literatur bringen soll, ausser Geld für den Verlag.

1. Auf den ersten 50 Seiten eine sehr bewertende Darstellung von Hierarchie und Herterarchie, die sich auf „Alltagsdiskussionen“ stützt. Argumentationen von Hierarchie- und Heterarchiefanatikern werden dargestellt und als richtig, falsch oder gut und schlecht bewertet.

2. Als Ausweg aus dem Hierarchie – Heterarchie Dilemma wird das Wort Holarchie angeboten das sich dann zum Operationsbegriff HOLON entwickeln kann. Eine einfache Generalisierung der Kategorien, ohne jeden Erklärungs- oder Funktionswert – manche Amerikaner nennen diesen Prozess „upchunking“, soll heissen, grössere Einheiten bilden. Dieses upchunking verläßt Wilber, bis Seite 162 nicht. Er faßt Philosophen, Meinungen und Thesen zusammen und bündelt sie in größeren Einheiten, chunks (für den Herrn ein höchst interpretatives und gleichzeitig intellektverachtendes Vorgehen, das ihn an Bücher wie „Sophies Welt“ etc. erinnert.)

3. Im zweiten Schritt werden die vier Quadranten vorgestellt und interpretiert (übrigens auch noch im folgenden Buch “Das Wahre, Schöne….). Das scheint dem Herrn nun derart plakativ, willkürlich und fast schon religiös, welterklärungsbeflissen, dass er die Lektüre einstellt.

4. Der Herr vermisst in einem Buch, das sich mit Philosophie und Geistesentwicklung auseinandersetzt, die Darstellung einer Dynamik, die auch als induktiver Schlüssel taugt. An Hand der Dynamik soll der Entwicklungsprozesse selbst verfolgt und entwickelt werden können und nicht nur in vorgegebene Quadranten eintragen.

5. Nach Wilber seien schwierige Fragen:
„Warum hinterlassen Menschen immer Spuren? Warum ist Menschsein immer mit Wertsuche verbunden“ Das Wörtchen immer ist für den Herrn eine zu große Verallgemeinerung und dass das schwierige Fragen seien eine kühne Behauptung – wahrscheinlich mit dem Zweck, durch deren Beantwortung Seiten zu füllen.

6. Das Wilber Projekt scheint eine Buchseitenproduktionsmaschine zu sein die sich – für Leute die viel publizieren wollen – zu kopieren lohnt.

Sax o von

12. Juli 2012

Gestern hab’ ich’s dann getan,
spielte Saxophon im Wahn
und war recht gut, so dachte ich,
auch die Band feierte mich.
Die Hörer klatschten ganz manierlich
wenn auch die Damen etwas zierlich.
Plötzlich schien’s, als sei’s in Einem
Musik machen, malen, reimen
als käme alles auf den Punkt
wie ein Feuerstein, der funkt.
Fühle ich, wie neue Klänge
vibrieren in dem Sax-Gestänge
und ich schüttle sie heraus
zack, da ist das Stück schon aus.

Bild

 

me, myself and I

2. Juli 2012

Ich denke mir……, also tu ich mir Gutes, indem ich MIR denke oder berlinere ich da nur ein wenig in der Sprache herum? Und es sollte Ich denke MICH heißen? Ich denke mir eine Zahl, na Danke für dieses Geschenk. Ich habe mich wieder beschenkt, mir wieder etwas geschenkt, eine Zahl, die ich vor diesem Gedanken, den ich mir dachte, nicht hatte. Eine Freude habe ich mir wieder gemacht mit einer Zahl, ich hätte mir ja auch etwas anderes denken können, ein neues Auto zum Beispiel, und, oh, wie hätte ich mich darüber gefreut, oder der Autohändler, wenn ich das neue Auto nach dem Denken auch tatsächlich gekauft hätte. Ich denke mir viele schöne Dinge, den ganzen Tag und es kostet nix.

Meine ICH – MIR Beziehung kann ich MIR selbst gestalten. Also MIR gestaltet und ICH soll dauernd schenken, wann schenkt denn mal das MIR dem Ich etwas oder vielleicht sogar zwei Dinge? Mir schenke ICH … da bekommt doch das ICH wieder nix, wieder sahnt das MIR alles ab. Also, wenn ich nochmals auf die Welt komme, dann als reines MIR, denn MIR gehört dann alles, Mir wird es nie an etwas mangeln und zu mir werde ich dann finden. Wie, weshalb sollte ich denn zu mir finden, wenn doch das Ich ganz genau weiß, wo ich mir befinde? Oha, wo ich mich befinde. also, das ICH kennt zwar das MICH, beschenkt jedoch das MIR und, kann das ICH nicht mal das MICH fragen, wo das MIR zu finden sei, dann hätte ich schnell erfahren, wie ich zu MIR finde.  Und, will ICH überhaupt zu MIR finden? Ist ES nicht angenehmer, mit MIR in Eintracht zu leben und MICH dabei in Ruhe zu lassen? Da sollte ICH mir keine Gedanken machen.
Ich mach mir noch ein Bier auf. Alles, aber auch alles bekommt das MIR, dem ICH bleiben nur Frondienste und dann das NICHTS. Ich bekomme ein Motorrad ich freue mich über mein Motorrad Ich genieße das Motorrad. Gut, das ICH hat jetzt auch etwas bekommen. Ich gönne MIR nix. Na, auch schade.

In diesem Sinne viele Grüße von Franz Stowasser

Raubtierkapitalismus

9. Oktober 2011

*
Heute stelle ich unter der Kategorie: „dumme Aussprüche“ den Begriff Raubtierkapitalismus vor. Nein, besser ich stelle dieses Wort noch etwas zurück und zitiere erst einmal Ludwig Wittgenstein, der als ersten Satz in seinem Tractatus logico-philosophicus schreibt: “Die Welt ist alles, was der Fall ist“ und danach: „Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge“. Mit Hilfe dieser beiden Sätze gelingt es leicht, nachzuweisen, dass der Begriff „Raubtierkapitalismus“ nicht von dieser Welt sein kann. Wir sagen „Tier“, wenn wir es uns sparen wollen, ein bestimmtes Lebewesen genauer zu bezeichnen. http://www.youtube.com/watch?v=Ry49Jr0TFjk&feature=player_detailpage#t=14s
Schon das scheint sehr fragwürdig, doch was soll ein „Raubtier“ sein? Hier kann es sich doch nur um ein Tier handeln, das von einem Dieb geraubt wurde. Da Tiere keine Rechtssysteme pflegen und, da Raub Eigentum voraussetzt, untereinander nicht rauben können, bleibt nur die gewaltsame Wegnahme fremden Eigentums in einer menschlichen Gesellschaft. Doch, was hat ein Tier damit zu tun? Und was der Kapitalismus? In der Welt der Tiere ist Eigentum nicht der Fall und in der Welt des Kapitalismus gibt es keine Tiere sondern Produkte und Waren. Aus welcher Welt könnte das Wort Raubtierkapitalismus stammen? Oder handelt es sich hier nur um jämmerlich schwachsinniges Zusammensetzen der Worte Raub, Tier und Kapitalismus? Oder was?

und doch sei “das Ziel des Lebens der Tod” das soll zumindest Steve Jobs gesagt haben. Nun denn, wer sich sein ganze Leben in Zielerreichung übt, der kann’s dann endlich. “Sterben müssen alle”, heißt es von anderer Stelle und auch diese Aussage trumpft nur mit Quatsch. Denn “müssen” kann gar keine Kategorie von Tod und Leben darstellen. Wir leben und sterben, ohne “müssen” und ohne “Ziel”. Das Leben hat kein Ziel, außer, wir geben ihm eins, das wir dann erst erreichen wollen und dann glauben, es erreichen zu müssen. Eine vertrackte Form des sprachlichen Selbstbetruges, aber wenn es sich gut verkauft, warum eigentlich nicht?
Ich mach’ mal ne Kaffepause.

Nicht nur in Krisenzeiten heißt es oft: Handeln, nicht reden! Wer so redet will Erleichterung, will seine Hände, seine Muskeln bewegen und sich Erleichterung verschaffen, sich vielleicht sogar befreien, aus einem Beziehungsnetz, das ihm/ihr im Augenblick etwas eng wurde.
“Wir tun etwas, wenn wir kommunizieren. Wir verbrauchen Kalorien, bewegen Muskeln, produzieren Ideen, stellen etwas dar oder versuchen etwas zu verbergen. Wir handeln in mindestens zwei Richtungen. Gegenüber unserem Kommunikationspartner und in Bezug auf uns selbst. Wie wir uns selbst gegenüber handeln vergessen wir vielleicht manchmal. Doch wird jedes Wort, das wir sprechen, jede Geste, die wir machen, auch – und zuerst – von uns selbst wahrgenommen. Wir verändern uns in jeder Kommunikation selbst, auch wenn wir annehmen, wir wären nach einem Gespräch noch genau die selbe Person wie vor diesem Gespräch.
„ Es ist genau so wie im Gespräch, das wir mit jemanden nur zu dem Zwecke führen, um ihn kennen zu lernen, d. h. um seinen Standort und seinen Horizont zu ermessen. Das ist kein wahres Gespräch, d. h. es wird darin nicht die Verständigung über eine Sache gesucht, sondern alle sachlichen Inhalte des Gesprächs sind nur ein Mittel, um den Horizont des anderen kennen zu lernen. Man denke etwa an das Prüfungsgespräch oder bestimmte Formen ärztlicher Gesprächsführung. Das historische Bewusstsein tut offenbar Ähnliches, wenn es sich in die Situation der Vergangenheit versetzt und dadurch den richtigen historischen Horizont zu haben beansprucht. In beiden Fällen hat sich der Verstehende gleichsam aus der Situation der Verständigung zurückgezogen. Er selber ist nicht erreichbar. Indem man den Standpunkt des anderen von vornherein in das mit ein rechnet, was er einem zu sagen beansprucht, setzt man seinen eigenen Standpunkt in eine sichere Unerreichbarkeit.“ Gadamer, Hans-Georg, S. 308 Ges W. Bd. 1

Dieses Zitat zeigt, dass wir, wenn wir dachten immer der Selbe, die Selbe zu bleiben, bisher mit einem sehr unvollständigen Testsystem, einer ungenauen Selbstwahrnehmung gearbeitet haben. Wir sind zum Beispiel in einem Gespräch um den Gesprächszeitraum älter geworden, haben unsere Meinung dargelegt und vielleicht ein wenig geändert, haben Sätze sorgfältig geformt und gesprochen, haben unsere Ansichten in einem neuen Umfeld erprobt. Wir sind nicht mehr derselbe / dieselbe.”

zitiert aus: Partnerschaftliche Kommunikation
ISBN 3-9809189-0-4 über www.Think-Seminars.com

Buch-Staben

13. Juli 2011

Grad seh’ ich, was ich im Juli 2007 schrieb. Und, da das internet Neuigkeiten mit ca. 4 Jahren Verzögerung herausbringt, denke ich, dass ich damit sehr aktuell wirke:

Buchstaben verhalten sich wie Menschen. Von Menschen erfunden und weiterentwickelt trägt der Buchstabe die menschliche Gedanken- und Gefühlswelt in sich und nicht nur das, er drückt sie auch aus, die Gefühls- und Gedankenwelt. Nicht jede(r) erkennt sofort, wie wohl sich Buchstaben nebeneinander fühlen, wie sie kuscheln, wie das dicke D an das schlanke i oder das kopflastige P sich an das in sich gekehrte e anlehnt, wie sich das tiefgründige g mit seinem Haken etwas aus dem Keller holt um es gemeinsam mit dem drögen l zu verspeisen, was das l dick macht, zum b vielleicht oder stark, voll muskulös zum B.
Und erst in einem Wort wie zum Beispiel Dackel, das so dick mit einem D Bauch beginnt und in sich selbst zum a wackelt, den Schwanz über den eigenen Rücken wedelnd und im c den A….. offen, was aber im öffentlichen Park nicht sein darf, deshalb das Schäufelchen k zum wegputzen. Die Buchstaben e und l habe ich oben schon besprochen und ich werde mich hier nicht wiederholen, im Gegenteil, ich schreibe jetzt NICHTS mehr, ich nicht.

Neuigkeiten

2. Juli 2011

gibts ja eigentlich gar nicht. Aber wir können so tun, als sei die o/1 Rechnung unserer Computer neu, obgleich die Chinesen diese schon vor ein paar tausend Jahren hatten – 2010 haben sie’s gemerkt: http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,697924,00.html Oder vielleicht die Nanotechnik, darin sind uns die Pflanzen immer noch voraus. Was wir können ist, uns was einbilden und so tun, als seien wir sehr klug. Das kann man/frau üben. Einfach ein paar Buzz-Words http://de.wikipedia.org/wiki/Buzzword-Bingo anlesen und dann überall mitreden. Mehr Buzz-Words anlesen und merken und sich in Talkshows einladen lassen. Noch mehr Buzz-Words reinsaugen und Artikel schreiben wie diesen hier: http://www.heise.de/tp/artikel/35/35008/1.html Noch mehr und ……. der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für mich wär’s eine Neuigkeit, wenn sich mal mehr als 4 Menschen vertragen würden, sich gegenseitig fördern und bereichern. Hat jemand so eine Neuigkeit für mich?

Der Alltag der Menschen, die sich in dunklen Räumen ohne Sonne zusammenrotten um den anderen zu zeigen, dass sie es viel länger in Kellern und kunstbeleuchteten Fabriken aushalten, interessiert mich nur als soziologisches Projekt. Und so nenne ich mein Projekt: “Die Dunkelkammern”. Bezeichne den Verwaltungs- und Wirtschaftsraum als Dunkelkammern, auch die Arbeitsfabriken als Dunkelkammern in die die Menschen strömen, weil sie Angst haben ihre Existenz zu verlieren, weil sie Angst haben, nicht mehr so leben zu können wie der Nachbar.

Neid und Habgier, schreibt Wilburn Smith in Bezug auf die altägyptische Geschichte. Ich merke Neid und Habgier schon im Kleinen. Jetzt folgen Aufrufe zum Widerstand. Ich denke, die sind sinnlos wie Darmrevolutionen, wie sollen sich Menschen gegen etwas stellen, das sie gar nicht kennen? Wer hat schon die Zeit, oder die Bildung, sich ökonomische Zusammenhänge bewusst zu machen. Heute wird die Projektion, die Übertragung gefördert und durch die Medien unterstützt, herausgefordert und abgefragt. Vom Jauchschen Ratespiel über das nächste Superstar TopModell bis hin zu den Schlagzeilen über die Promis. Wenn Sie an Ihrer/Seiner Stelle gewesen wären…..

Wählt uns und identifiziert Euch mit uns, dann können wir Euch Eures Lebens berauben, ohne das Ihr es merkt. Wir schulen schon eure Kinder zu abhängigen Idioten, und machen dann mit Euch das Verantwortungs- und Solidaritäts-Spiel bis hin zur freiwilligen und unbezahlten Hilfsarbeit.

“Darmrevolte”, von was sie kommt weiß ich nicht, von den Worten, von den Akkorden, die ich gespielt hatte, von den Sonnenflecken, vom Wind, vom Norden? Der Eisenhut wird schon groß, Letztes Jahr blühte er erst im August, dieses Jahr schon im Juni – früher, schneller, blauer, länger, weiter. Weshalb ich heute Morgen die Veilchen umgemäht hatte? Aus Frust über die Träume, weil ich dachte: das muss jetzt weg? Einfach nur dumm. Hoffentlich vermehren sich Veilchen über das Wurzelnetz. Gebt ihm eine Sense und er macht Unsinn.

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