Nicht lustig
22. April 2011
Sex und Geld im Wahlkampf
3. April 2011
Heute werden im Kanton Zürich der Kantonsrat (Gesetz gebende Behörde, 180 Mitglieder) und der Regierungsrat (Gesetz vollziehende Behörde, 7 Mitglieder) neu besetzt. Das ist ein unheimliches Spektakel, denn vor lauter freundlichen Plakat-Gesichtern und zuversichtlichen Wahlversprechen könnte man glatt die Übersicht verlieren. Und sogar den Glauben.
Deshalb ist es wichtig, dass man klare, unmissverständliche Statements verkündet. Am besten schon mit dem eigenen Namen, denn der soll ja bekanntlich Programm sein. Nehmen wir uns ein Beispiel an Corinne F.-S. aus W. Offensichtlich hat sie etwas gegen Geld. Und das kommt bei ihr so ehrlich rüber. Hoffentlich wird sie gewählt. Mutige Menschen braucht das Land.
Eigendumm
4. März 2011
Glück – Pech – Glück – Pech
4. Januar 2011
Glück besteht in der Kunst, sich nicht zu ärgern, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern sich zu freuen, dass der Dornenbusch Rosen trägt.
(Arabisches Sprichwort)
Jaja. Bestimmt. Wird schon so sein. Vielleicht nicht für alle gleich einfach zu meistern.
Glück bedeutet nicht, das zu kriegen, was wir wollen, sondern das zu wollen, was wir kriegen.
(Unbekannt)
Und wo liegt hier bitte der Unterschied? Ich will etwas und kriege es. Ich kriege etwas und will es. Mathematisch gleichbedeutend. In sich, auf der Zeitschiene betrachtet, ändern sich die Dinge. Das eine Wollen wird kriegerisch, das andere demütig. Von mir aus.
Eigentlich ein komisches Wort. “Glück”. Glück. Glück. Wenn man das so eine gewisse Zeit lang wie als Mini-Mantra vor sich hin denkt, redet oder liest verliert es nicht nur an Bedeutung, es wird fast lächerlich. Glück. Glükk. Ück. Ükkück. Haha. Hühü.
Fragen wir den Weihnachtsbaum:
Zuerst hatte er Glück. Wuchs in einer gepflegten Baumschule auf, nicht besonders wild, dafür behütet. Jahr um Jahr ahnte er, wie viel Glück er hatte, wenn er Weihnachten draussen, mit seiner immer kleiner werdenden Familie, erleben durfte. Denn kaum wurde es Winter, holten sie seine älteren Geschwister. Dieses Jahr hatte er Pech.
Der Weihnachtsmarkt war nicht romantisch, immerhin hatten sie ihm noch kein Netz verpasst – er stand auf wackeligem Stumpf, langsam ausblutend, in einen Stahlständer geschlagen, auf dem Pflastersteinbelag vor dem Rathaus, hatte etwas Umschwung und fror. Von Aussen war er schön anzusehen. Regelmässig, dicht und kräftig, schöner Doppelspitz, amputierte Wurzel. Er kam rasch weg und hatte Glück.
Drinnen, an der Wärme, wo es nach Zimt roch, wurde er geschmückt, behängt und bewundert. Man beachtete ihn, achtete ihn, liebte ihn. Es ging ihm gut. Im Vergleich zum Truthahn sowieso. Eigentlich wollten sie ihn bis zum 6. Januar stehen lassen. Dort in “seiner” Ecke. Doch bereits an Sylvester wurde über ihn geschnödet und am nächsten Morgen kam er dran. Innert Rekordzeit abgeräumt, aus dem Ständer gezogen und aus dem Fenster geworfen. Pech.
Jetzt liegt er da, seit drei Tagen, man geht an ihm vorbei, nicht achtlos – doch tun kann man ja nichts mehr.
Ein Elch isst pro Tag zwei Tannenbäume. Aber nur die, welche nicht geschmückt wurden, also die Unverkauften. Wegen Lametta und Wachs und so.
Glück gehabt. Wer weiss.
Danke
27. Dezember 2010
Aeugst am Albis, 26. Dezember 2010, 16.35 Uhr
Ich bin Mitglied keiner Kirche und war früher mal evangelisch. Oder reformiert. Der Unterschied ist mir bis heute nicht klar. Jedenfalls war ich nicht katholisch und doch Christ. Es war und ist mir auch wirklich egal, wer an was glaubt. Ich mag diese Diskussionen um Religionen und Brauchtum nicht und weiche ihnen so gut es geht aus. Und hoffe, dass mich auch weiterhin alle in Ruhe lassen, die von mir in Ruhe gelassen werden.
Die wirklich zauberhaft winterliche Weihnachtszeit wurde heute Abend von einem bombastischen Sonnenuntergang gekrönt. Ich sass lange in meinem Sessel am Fenster und liess mich von diesem Naturschauspiel verwöhnen. Die Berner 4000er am Horizont wurden trotz zunehmender Dunkelheit immer heller, während die rote Kugel langsam im fernen Westen verschwand. Und mit dem Verschwinden des letzten Sonnenstrahls erschienen am Himmel plötzlich dutzende kleine Kondensstreifen von Flugzeugen, wie Kometen in Zeitlupe.
Und dann hatte ich das Bedürfnis, zu danken. Irgend jemandem. Für alles. Das sind sehr spezielle Momente. Allerdings auch ein wenig blöd, denn wem soll der Theist danken? Dem Glauben, dass es wohl so etwas wie einen Gott gibt und man ihn nennen kann, wie man will? Zum Besispiel Universum oder so? Ist zu unpersönlich und in diesem Moment auch unromantisch. Also habe ich mir ein leises “Danke, lieber Gott” ausgeliehen und es hat sich angefühlt wie früher, als ich noch nicht so kompliziert dachte.
Harte Zeiten
15. Dezember 2010
Zur Zeit jammern vor allem die Borkenkäfer. Sie haben allen Grund dazu: Temperaturen um -5° C.elsius. Brrrr. Und sie jammern ziemlich einsam, denn sie haben seit langer Zeit keine Presse mehr. Sie wurden schlicht und einfach von Bomben im Irak, Öl im Golf, Wasser in Pakistan, Berlusconi in Italien, Kachelmann in Frauen, und so weiter, überrannt. Tja.
Andrerseits sind das auch gute Nachrichten für die Borkenkäfer, denn wer sich quasi anonym in der Menge bewegen kann, ist privilegiert. Kann Energie sparen und sich ungestört auf den nächsten Auftritt vorbereiten. Berühmtheit und Präsenz ist nicht alles. Hat nicht nur Vorteile. Manchmal zwar schon. Anyway – think positive – der nächste Sommer kommt bestimmt! Irgendwann…
PS: Vielen Dank Franz für deine Beiträge. Wirklich hochstehend. Und entschuldige meine Sendepause. Ich mache jetzt auch wieder mit. Eher bodenständig. Man macht, was man kann.
Sommerjammer
5. Juli 2010

Zuerst das 1:0 gegen Spanien. Dann das 0:1 der Deutschen gegen Serbien (komisch, dass deshalb hier zu Lande so gejubelt wurde, obwohl ja so viele Deutsche hier leben). Dann die gänzlich unverdiente Niederlage gegen Chile. Jammer. Dann King Rogers Aus in Wimbledon. Autsch. Jammerjammer. Dann das 0:0 gegen Honduras und… Tschüss! Triplejammer.
Neue Glücks-Strategien sind gefordert.
Verbrüdern mit den Deutschen? Sie spielen wirklich überzeugend gut und die Schanngse, am Schluss mit zu feiern, steht nicht schlecht. Oder Sympathien Richtung Oranjes entwickeln? Hup-hup? Lustiges Volk, nur etwa doppelt so viele wie wir, allerdings mit rund 10 mal mehr Wohnwagen (brauchen für die Alpendurchquerung eine Extra Vignette, danke). Spanien? War ich schon, gefällt mir, Tapas und Flamenco und so. Dass der Rafael den Roger abgelöst hat eher weniger. Uruguay? Sympathisch. Erster Fifa-Weltmeister überhaupt. Seit 40 Jahren nicht mehr so weit gekommen. Kleines Land, 80% Einwanderer aus Europa, vor allem Deutsche (ha!), wenig Finaljubelpotenzial.
Darf man für Deutschland UND Holland gleichzeitig sein? Ist das opportunistisch oder unecht? Dürfen wir nirgends mehr mitmachen? Globaljammer.
Auffahrt und Abdankung
8. Juni 2010
Der Soziologe Walter L. Bühl hat schon 1984 bemerkt:
„Dadurch, daß die politischen Führer zu charismatischen Helden oder – wenn die Helden gescheitert sind – zu väterlichen Autoritäten hochstilisiert werden, wird nicht nur ihr Autoritätsanspruch erhöht und ihre Legitimation sozusagem sakralisiert; im Falle des Scheiterns kann auch die Schuld dafür personalisiert werden, und es eröffnet sich so ein unbegrenzter Reigen von Abdankung und Königserhebung: Die Aufgabe einer politischen Problemlösung wird umformuliert zu einem Psychodrama von Schuld und Sühne, und zwar bei den Herrschenden wie den Herrschaftsunterworfenen. Die Frage der organisatorischen Veränderung innerhalb des politischen Körpers, der Reallokation der Mittel und der Reorganisation der Kompetenzen, wird damit aber gerade umgangen; im Gegenteil werden die bisherigen Verteilungs- und Legitimationsmuster nur verstärkt, die Krise macht sie sakrosankt.“
Bühl, Kriesentheorien 1984ISBN 3-534-08089-0
In meinen Seminaren habe ich das Thema „Feedback“ jedenfalls durch den Themenkoplex „Wie schmeiße ich am Besten hin“ ersetzt – kommt sehr gut an






