Tipping Point

23. April 2009

 

frosch

 

Im gestrigen Vortrag des Zukunftsforschers Lars Thomsen habe ich von folgendem Versuch gehört: Wenn man einen Frosch in heisses (rund 70 Grad, nicht kochendes) Wasser gibt, dann wird er sofort herausspringen. Lässt man ihn erst in kühles Wasser und erhitzt dann dieses langsam und kontinuierlich auf dieselbe hohe Temperatur, wird er dies nicht überleben, weil der Tipping Point überschritten wurde. Dieser liegt in diesem Fall bei einer Temperatur von etwas über 40 Grad. Dann beginnt das Eiweiss im Blut auszuflocken und dies führt zu einer Unterversorgung der Muskulatur. Und wenn der Frosch realisiert, dass Gefahr besteht, kann er seine Glieder nicht mehr genügend schnell bewegen. Ein hässlicher und dennoch sehr interessanter Gedanke.

 

Tipping Points gibt es in der Wirtschaft (erst vor kurzem wurde einer überschritten), in der Führung, Politik, Sport, Umwelt, zwischenmenschlichen Beziehungen und – bestimmt auch – bei jedem Einzelnen. Bei mir. Es lohnt sich, darüber nachzudenken. Bin ich wachsam genug? Erkenne ich kleine Veränderungen? Habe ich den Mut und die Kraft schnell zu agieren?

 

Malcolm Gladwell schreibt: „Nicht alle Mitglieder einer Gruppe haben den gleichen Einfluss. Vielmehr haben einzelne Mitglieder einen überproportional großen Einfluss, Veränderungen herbeizuführen.“ Ich könnte das sein. Ich kann das sein. Ich kann Verantwortung übernehmen und mit Leidenschaft und Vertrauen Veränderungen bewirken. Bevor sie gegebenenfalls einen Tipping Point überschreiten. Die Gesellschaft bin ich. Und du.

 

Viele Grüsse, Dani Nieth

2 Antworten to “Tipping Point”

  1. Ernst-Georg Schmid Says:

    Immer gerne als Beispiel genommen – stimmt leider nicht. Frösche bemerken bereits Änderungen der Temperatur um ein Grad C und hauen schon vor den 40 C ab, wenn sie können.

    z.B.

    http://www.zeit.de/2002/45/200245_stimmts_gekochte.xml


    • Danke für die Richtigstellung. Warscheinlich registrieren die Bewohner der Feuchtgebiete nicht nur kleinste Temperaturunterschiede sondern auch noch vieles andere mehr. Es scheint eine Tendenz in der „Naturbetrachtung“, die Tierwelt pauschal als inkompetent abzutun. Ich denke, das taugt als Rechtfertigung mit den Tieren schlecht umzugehen und sich dabei als Mensch erhaben zu fühlen. Eigentlich jämmerlich..


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