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Zuerst denken, dann reden

Gestern hörte ich im Auto einen Radiobeitrag zum Thema „Altersarmut“. Im Auto kann ich besonders gut hinhören. Neben dem ganzen Experten- und Politikgedöns kamen auch Hörerinnen und Hörern zu Wort. Ein besonders bemerkenswerten Beitrag brachte eine ältere Dame: „Man hätte in jungen Jahren eigentlich etwas zurücklegen müssen.“ Aha. Wer so redet, denkt vermutlich auch so. Und wer so denkt, handelt letztlich nicht.

Schauen wir und das mal an:

„Man“ gibt es nicht. Es wird so häufig verwendet, um das „Ich“ zu schützen. „Man“ versteckt sich hinter der Allgemeinheit und distanziert sich unnötig von sich selbst.

„hätte“ bewegt nichts. Es ist ein Blick in den Rückspiegel und beurteilt eine Situation aus Distanz. „Später ist man immer klüger“ heisst ein altes Sprichwort. Tatsache ist: Damals hat sie eben nichts gespart und das hatte zu der Zeit bestimmt berechtigte Gründe.

„in jungen Jahren“ ist unspezifisch. In welchem Alter ist sparen möglich?

„eigentlich“ heisst gar nichts. Das Wort „eigentlich“ führt zu Unklarheit, Interpretationsspielraum und zur Abgabe der Verantwortung.

„etwas“ ist ebenfalls unspezifisch. Wieviel ist denn genügend? Auch hier zieht sich die Dame wieder aus der Verantwortung.

„müssen“ muss gar nichts. Können ist in diesem Fall besser, weil es die Fähigkeiten beschreibt. Doch offensichtlich hatte sie die nicht.

Konklusion:

Wer einfach daher redet hat seine Denke nicht im Griff. Sie oder er gibt den aufmerksamen Zuhörern ein (vermutlich) ungewünschtes Bild ab. Das Bild eines hilflosen Opfers.

 

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PervAirs

business

11 500 Meter über dem Red Center von Australien, auf dem Sitz Nummer 24A einer modernen A380, trete ich die Heimreise in die Schweiz an – gut eine Woche nach der Hochzeit meiner Tochter auf der andern Seite der Welt. In der Business Class von Singapore Airlines trinke ich Französischen Wein, entscheide mich für den gegrillten Fisch und das Mango-Sorbet mit den frischen Himbeeren, kriege frischen Kaffee aus der Porzellantasse und ziehe mir gleichzeitig den Film „After the flood“ von Leonardo Di Caprio rein. Kognitive Dissonanz vom Feinsten. Ich verstehe viel und unternehme offensichtlich zu wenig dagegen.

Der Film gibt mir zu denken, denn ich bin ein Teil dieser Welt. Ich glaube, in eine der entscheidendsten Phasen der Geschichte hineingeboren geworden zu sein. Es geht einem Ende zu. Alle Kurven sind exponentiell, ein Rekord jagt den andern. Normalerweise faszinieren mich Rekorde, doch was in letzter Zeit so abgeht, ist unschön. Haben wir den ‚Tipping Point’ überschritten?

Die Schweiz erlebte nach dem trockensten Herbst den kältesten Januar seit…, gefolgt vom wärmsten Februar. In Australien gibt es die härtesten Gewitter seit Menschengedenken und der neue Umweltminister des neuen US-Präsidenten ist der Meinung, dass die globale Erwärmung nur ein Hirngespinst der Gegner der Energie-Lobby ist.

Unser blauer Planet ist rund 4’600’000’000 Jahre alt, Menschen (homo sapiens) gibt es seit ca. 160’000 Jahren und erst vor rund 230 Jahren siedelten die ersten Menschen down under  (Heute leben bereits rund 5’000’000 Menschen in Sydney). Das motorisierte Auto wurde vor 130 Jahren patentiert, die ersten Passagierflüge fanden vor rund 100 Jahren statt, Internet gibt es seit 27 Jahren und die ‚zivilisierten’ Menschen laufen heute wieder – vertieft in ihr Smartphone – mit gebückter Haltung durch die Gegend.

Der Kreis hat sich schon geschlossen, bevor er sich schliesst.

 

 

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Wir sind die Reichsten. Na und?

gold

Erst eben hatten wir es wieder einmal schwarz auf weiß. In der Sonntagszeitung war zu lesen: „Wir Schweizer sind die Reichsten der Welt.“

Und jetzt? Ich weiß momentan gar nicht so recht. Kann man darauf stolz sein, weil es Leistung bedeutet? Soll man sich schämen, weil übermässiger Reichtum zweifelhaft ist? Oder ist es einfach ein glücklicher Zufall, hier geboren worden zu sein? Und weshalb jammern denn ausgerechnet bei uns so viele Menschen?

Also – was jetzt? Soll ich mir vielleicht eine Goldmedaille umhängen und ein bisschen in der dritten Welt herumstolzieren? Oder mit offenen Armen an der Grenze stehen und rufen: „Kommet nur her. Es hat genug für alle!“ Soll ich überhaupt Regung zeigen wegen etwas, das schon lange Tatsache ist? Ich weiss ja seit meiner Kindheit, dass „es uns hier viel besser geht als jenen in Afrika“.

Ich könnte ja bei dieser Gelegenheit auch mal wieder die Gedanken sortieren… Was bedeutet das für mich als siegenden Schweizer, also meine Innensicht? Was bringt es mir, mit 6.28 Millionen andern Passbesitzerinnen und Passbesitzern auf dem 1. Platz zu stehen und auf 193 andere Staaten hinunter zu schauen? Ehrlich gesagt – ich schäme mich ein wenig. Ähnlich wie damals, als ich in einem klimatisierten Taxi durch Bombay gefahren bin, nackte Kinder mit schwarzen Fingernägeln an die Fenster geklopft haben und ich den Kopf weggedreht habe.

Der Vorteil unseres enormen Wohlstandes (dies betrifft nicht die rund 530’000 Mitbürger unter der Armutsgrenze) ist, dass wir reisen können. Wohin wir wollen. Viele sogar so oft und so lange sie wollen. Fantastisch! Und wir können es uns leisten, in luxuriösen Hotelanlagen am blauen Meer die tristen Verhältnisse in der Umgebung auszublenden.

Der Nachteil hingegen ist, dass so selten ein Bild und ein Gefühl vermittelt wird, was da Draussen wirklich los ist und wo ausgleichender Handlungsbedarf besteht.

Und wie sehen das die Andern? Die Ausländerinnen und Fremden? Sind sie ehrfürchtig, wohlwollend, neidisch, fordernd, aggressiv oder teilnahmslos? Logisch ist, dass Reichtum wie ein Magnet wirkt. Wo würde ich hingehen wollen, wenn ich in Armut aufgewachsen wäre? Was wäre ein lohnenswertes Ziel? Switzerland! Number one! Ich kann’s verstehen. Wer will denn schon nach Sierra Leone (letzter Rang) auswandern?

Mir gefällt es hier. Doch der wahre Reichtum hängt nicht vom Platz auf der Rangliste ab, sondern liegt in den schönen Erinnerungen und dem warmen Heimatsgefühl. Für mich waren das die Sechziger Jahre. Als ich noch ein Kind war sah man den Unterschied, wenn man mit dem vollbepackten Auto von Süden her – auf dem Heimweg aus den Sommerferien – über die Grenze in die Schweiz kam. Schon was Anderes. Viel sauberer. Kein Abfall neben den Trottoirs (Gehsteigen). Geranientöpfe vor den Fenstern schmucker Chalets, Fahnenmasten mit dem leuchtenden weissen Kreuz auf rotem Grund, frisch gemähter Rasen, geordnete Öffnungszeiten, bunte Vereinsanlässe, Bratwurst vom Grill. Die alten Werte eben. Gelebt, durch Sozialkontrolle aufrechterhalten und stolz sichtbar gemacht.

Und heute? Kaum noch Unterschiede zur weiten Welt. Egoismus pur. Autistische Smartphone-junkies an jeder Ecke. Augen auf den Bildschirm gerichtet, virtuelle Freunde, in den Ohren weitere Isolationsgeneratoren. Gestern war Rücksicht wichtig, heute der Black Friday. Profitieren und das 365 Tage im Jahr. Auf dem Land ist es besser, definitiv. Je weiter weg von den Zentren, desto mehr alte Heimat. Doch hier, mitten in der Stadt: Karriere, flächendeckendes Ich, grassierende Ignoranz. Me first! Von hippen Eltern vorgelebt und anerzogen. Hier findet die Individualisierung ihr tristes Ende und alles verschmilzt zu „one world“. Es sieht hier aus wie überall. Und es fühlt sich auch so an. Ausländer im Inland. Medial internationalisiert, instrumentalisiert, synchronisiert und letztlich grenzenlos entwurzelt.

Und nun sind wir (schon wieder) die Reichsten und treten auf der internationalen Geldbühne im Strahlenmeer daher. Schön. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Da könnte man ja durchaus auch mal hinschauen und sich überlegen, wieviel Schatten noch gesund ist.

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Sprichwörter und Co.

Irgendwann in den letzten Jahren habe ich zum Geburtstag ein Buch erhalten: „Alter spielt keine Rolle – ausser man ist ein Rotwein.“ Mit 222 Sprüchen für Junggebliebene . Danke… aus Anstand. Dummerweise steht keine Widmung drin. Ich weiss also nicht, von wem ich es bekommen habe und begebe mich hiermit auf Glatteis, wenn ich oute, dass ich es säuerlich lächelnd und ungelesen ins Bücherregal gestellt habe. Bis ich heute – zufälligerweise – wieder darauf gestossen bin, es heraus gezogen und mir den Inhalt angeschaut habe. Rein zufällig, random-mässig, versteht sich. Irgendwo aufgeschlagen, Finger rein, und zack!

Mark Twain (1835-1910): „Ich bin ein alter Mann und habe viele Sorgen kennengelernt – aber die meisten von ihnen sind nie Wirklichkeit geworden.“ Danke… diesmal von Herzen! Ein perfekter Anti-Jammer-Satz! Ist es nicht so, dass Jammern in unseren Zukunfts-Szenarien zu viel Raum einnimmt? Was wissen wir denn schon im Voraus? Und weshalb verdienen negative Gedanken Nahrung? Nonsens.

„Cross the bridge when you get there“ ist eine lohnenswerte Einstellung. Keine Ahnung, wer das mal gesagt hat – die Person steht für mich jedenfalls auf gleicher Höhe wie Twain. Und der würde wahrscheinlich auch meinen: „Exactly – that’s what i meant.“

Learning:

Weisheiten, Erklärungen und Lebensrezepte finden sich überall. Es ist eine Frage der persönlichen Offenheit, auch Zufällen eine Chance zu geben.

 

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Glaubenssätze, Ideen und Gedanken

Glauben lernen

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Vor einigen Tagen, im Flugzeug von Sofia nach Zürich, sass ich in der Reihe vor einem kleinen Mädchen und ihrer Mutter. So wie die Mama mit ihrer ca. 6-jährigen Tochter redete, liess die Vermutung zu, dass sie Lehrerin ist oder zumindest einmal war. Wirklich grossartige, aufbauende Pädagogik und konstruktive Kritik – verständnisvoll und liebend dargebracht. Das Mädchen malte irgendetwas mit Buntstiften und Mamas Kommentare folgten unmittelbar und ohne Pause.

Die Flight Attendant verteilte uns Passagieren derweil den Snack und ein kleines Stück Schokolade, auf welches ich gerade keine Lust hatte. Vielleicht das Mädchen? Kinder lieben Schoggi! So drehte ich mich um, streckte meine Hand durch den Spalt zwischen den zwei Sitzen, lächelte die Kleine an und sagte: „Möchtsch mini Schoggi ha?“ Oooopppsss – das war offensichtlich die falsche Frage! Das Mädchen erschrak nämlich fast zu Tode, weil sie nun vermutlich das Gesicht des Bösen Mannes sah, vor dem sie immer gewarnt worden war: „Pass auf, nimm nie Süssigkeiten von einem fremden Mann!“

Doch die Mutter lenkte sofort beschwichtigend ein, lächelte mich leicht verkrampft an und sagte: „Nein danke, wir essen nur Schweizer Schokoklade.“ Super. Bravo. WIR essen nur Schweizer Schokolade. Und weshalb bitte? Aus Tradition? Oder aus Prinzip? Oder weil Bulgarische Schokolade schlechter ist, auch wenn sie nicht mal probiert wurde? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass hier ein negativer Glaubenssatz installiert wurde.

Negative Glaubenssätze sind feste Überzeugungen, die wir uns im Laufe unseres Lebens aneignen. Wir übernehmen sie von unseren Eltern oder von andern Menschen, die uns sehr nahe stehen und beeindrucken und suchen später immer wieder Beweise, dass sie auch wirklich stimmen. Alles, was wir als kleine Kinder zu hören und zu sehen bekommen, prägt sich uns tief ein und wirkt zum Teil ein Leben lang.

Ich stelle mir vor, dass das kleine Mädchen vielleicht in 15 Jahren im Ausland studiert und irgendwann mal Lust auf Schokolade hat. Dabei wird sie kaum den Versuch wagen, Hersheys oder irgend ein anderes ausländisches Produkt zu versuchen, denn „WIR essen ja nur Schweizer Schokolade“.

Das ist schade. Und dumm.

 

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Verlierer-Rhetorik

FCZ

«Jetzt geht es um alles. Wir müssen noch einmal eine solche Leistung abrufen, das Spiel in die Hand nehmen und auf den Platz bringen. Und dann müssen wir hoffen, auf das Schicksal.»

Das sagte gestern der Trainer des zwölffachen Schweizer Meisters FC Zürich. Es geht um die Abwendung der Katastrophe: Der Abstieg in die Nationalliga B. Zum letzten Mal war dies vor 26 Jahren der Fall.

Schauen wir uns die Sätze von Uli Forte mal genauer an:

„Jetzt geht es um alles.“

Das ist in doppelter Hinsicht falsch: Nicht nur JETZT, sondern in jedem Meisterschafts-Spiel geht es um Punkte, die letztlich entscheidend sind. Das JETZT ist in der momentanen Situation besonders kontraproduktiv. Es fokussiert auf die Krise und erhöht die Nervosität.

Und es geht nicht um ALLES. ALLES ist eine Generalisierung. Die Aussage geht über den Bezugsrahmen hinaus. Der Situation werden weitere, allgemeine Eigenschaften zugeschrieben und damit wird der Druck unnötig erhöht.

 

„Wir müssen noch einmal eine solche Leistung abrufen.“

Wir MÜSSEN gar nichts. MÜSSEN zwingt höchstens. WOLLEN ist besser und KÖNNEN noch besser. „Wir können noch einmal eine solche Leistung abrufen“ entspringt einem anderen Mindset. Es strahlt eher Zuversicht als Verzweiflung aus.

 

„… das Spiel in die Hand nehmen…“

Wie wär’s mit den Füssen?

 

„… und auf den Platz bringen.“

Wohin den sonst? In die Garderobe vielleicht?

 

„Und dan müssen wir hoffen…“

Hoffnung ist Vertrauen ohne Alternative.

 

„… auf das Schicksal.“

Amen.

 

Ein altes Sprichwort (widersprüchliche Quellenangaben) sagt:

„Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.“

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Gestörte Bergfahrt

Zuerst hörte ich nur das Wort „Praxis-Transfer“. Es hat mich unsanft aus meinem eigenen Film gerissen. Ich stand tagträumend an der Türe der Uetlibergbahn mit Blick aus dem Fenster auf die schöne Stadt Zürich und spürte, dass dieser kontemplative Moment nun vorbei war. Dass ich mich nicht mehr auf meine Gedanken konzentrieren und nicht mehr nicht zuhören konnte. Danach kam „Ressourcenorientierung“ und es schien, dass sich rund 40 Zentimeter hinter mir zwei Frauen austauschten, die in der faszinierenden Welt der Erwachsenenbildung, mit Schwerpunkt Coaching, gewaltfreie Kommunikation und konstruktiver Feedback-Kultur, ihr neues Bewusstsein und eine höhere Stufe von Achtsamkeit gefunden hätten. Alles macht Sinn und lässt sich erklären. Endlich. Esoterik war früher. Wie konnten wir nur.

A: Es ist vor allem  eine Frage des Rollenbewusstseins und wie ich dann von den Teilnehmern wahrgenommen werde. Dazu fehlt mir die Praxis. Und auch entsprechende Handouts.

(Immerhin Reflexion und Selbsterkenntnis….)

B: Vertrauen braucht Zeit. Fordere konkrete Rückmeldungen ein. Rein auf der sachlichen Ebene. 

(Ok, die Expertinnen-Schiene….)

A: Ich bin letztlich auch nur ein emotionaler Mensch, trotz des konstruktiven Vorsprungs. Nicht wie Maria.

(Billige Ablenkung….)

B: Ich finde, Maria blendet oft die Tatsachen aus, das Objektive.

(Mobbing….)

A: Sie hat wenig Erfahrung in Selbstdarstellungsrunden. Sie redet bereits von Lösungen, bevor sie sich die zentralen Fragen stellt. 

(Whooo, jetzt wird potenziert….)

B: Es ist eine Frage der Methodenkompetentz. Zentral oder nicht. Sowohl-als-auch anstatt entweder-oder.

(Destruktiv)

A: Was soll am Ende geklärt sein? Und wer zeigt sich für die Nachhaltigkeit verantwortlich?

(Ablehung von Verantwortung)

B: Eben. Alle. Resourcensharing und Commitment. Auch wenn viele mit diesen Schwebezuständen nicht umgehen können.

(Na bitte. Die Dozentin. Abrakadabra. Sie weiss es und kann es.)

A: Das wird die Entscheidungsqualität letztlich nicht beeinflussen und die natürlichen Führungskräfte werden sich unaufgefordert zeigen. Das Organigramm soll bottom-up entwickelt werden. Wie stellen genügen FlipCharts, Farben und Verkleidungsgegentände zur Verfügung.

(Schon wieder eine klassische Reproduktion von Vorgedachtem und Vorgemachtem)

B: Eine 360° Beurteilung des Verhaltens ist somit gewährleistet. Wir werden die relevanten Aussagen mit den Teilnehmenden reflektieren und zusätzlich nach Schultz von Thun auf der Meta-Ebene analysieren. 

And so on… Ich konnte nicht weghören. Ein Vokabular von Faszinierten. Ein Bullshit-Bingo der Therapeuten-Szene. 

Wie alt sind sie wohl, die zwei Damen? Haben sie Kinder? Einen Mann? Eine Freundin? Eltern, Katzen, Geschwister? Oder nur Gleichgesinnte, Zertifizierte? Macht ihnen das Leben auch Spass, ohne dass sie es gleich reflektieren und kategorisieren müssen? Tragen sie atmungsaktive Wanderkleidung und haben genügend Wasser und einen Regenschutz dabei? Vegan? Pferdekalender aus der Camargue an den Wänden und Kunstseideblumen in mundgeblasenen Vasen in der Vitrine?

Ich weiss es nicht, weil ich mich nicht umdrehen mochte. Ich habe mich in diesen Bilden, Illusionen und Clichées gesuhlt. 

Das wahre Abenteuer beginnt im Kopf.

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