Allgemein, Food, Glaubenssätze, Krisenbewältigung

TMI – Too Much Information

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Ich liebe frische Feigen. Die älteste Frucht der Erde ist honigsüß, saftig, kalorienarm und gesund. Sie liefert neben Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen auch eine gute Portion Vitamine sowie verdauungsfördernde Enzyme und sättigende Ballaststoffe.

Das wäre ja alles perfekt – wenn nur nicht mein Sohn mir gestern Abend erzählt hätte, dass in jeder Feige eine tote Wespe steckt. Hat er aber. Und ich habe jetzt ein Problem. Nicht weil ich Vegetarier oder Veganer wäre. Nein, ich bringe einfach die Bilder nicht mehr aus meinem Kopf und das mulmige Gefühl nicht mehr aus meinem Mund.

Als mein Sohn weg war, habe ich natürlich sofort recherchiert. In der Hoffnung, er sei nur einem Ernährungsmärchen aufgesessen. Ist er aber nicht. Er hatte recht, verdammt nochmal. Ich habe gelesen: „Ein Weibchen, das zuvor die Pollen einer männlichen Bocksfeige aufgenommen hat, kriecht durch eine enge Röhre in die nach innen gekehrte Blüte der Essfeige, um dort seine Eier abzulegen. Dabei verliert es seine Flügel. Die Folge: Das 2-3 Millimeter große Tier stirbt in der Blüte und wird von den Pflanzenenzymen verdaut.“

Uuaaarrrggghhh! Flügel verlieren, Eier ablegen, sterben, verdaut werden – so habe ich mir das bis anhin nicht vorgestellt. Und möchte es auch weiterhin nicht! Denn (eigentlich) liebe ich Feigen, bzw. möchte Feigen weiterhin lieben können.

„Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.“ Ein altes Sprichwort, welches bei den radikalen Transparenzvertretern nicht gut ankommt. Das ist mir allerdings jetzt gerade ziemlich Wurst (ok, da möchte man auch nicht genau wissen, was drin ist) – ich möchte einfach zurück in die alte Welt. Kann ich aber nicht, weil sich die Information in meinem Hirn eingenistet hat. So wie Wespeneier in Feigen.

 

 

 

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Allgemein, Krisenbewältigung

Nicht ganz dicht, nicht?

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Allgemein, Ideen und Gedanken, Krisenbewältigung, Lebenshilfe, Positiv handeln, Reframing

Motivation

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Diese Aufnahme habe ich im Frühling in Sizilien gemacht. Spontan kam mir dabei „Motivation“ in den Sinn.

Zum ersten mal habe ich das Wort „Motivation“ als junger Mann im Militärdienst gehört.  „Motivieren Sie endlich Ihre Gruppe!“ forderte der junge Leutnant den noch jüngeren Wachtmeister auf. Obwohl ich das Wort bis anhin nicht kannte, begriff ich die Bedeutung sofort und fand damals, dass es sich recht intelligent anhört.

Vor Jahren kam mir das Buch Mythos Motivation von Reinhard K. Sprenger in die Finger. Sprenger unterscheidet zwischen Motivation und Motivierung. Motivation kommt von Innen, Motivierung von Aussen. „Alles Motivieren ist Demotivieren“ – das ist eine interessante Erkenntnis und für viele Führungspersonen zugleich eine provokative Aussage. Jedenfalls ist das Buch auch nach 26 Jahren aktuell und äusserst lesenswert.

Die Frau in der Kirche. Viel Motivation scheint hier nicht vorhanden zu sein. Vor dem Hintergrund der bröckelnden Mauer und einer schlaffen Italien-Fahne macht sie einen besonders tristen Eindruck. Nächste Station: Weltuntergang. Und dies ausgerechnet in heiligen Mauern, da wo so manche Menschen Trost suchen und Hoffnung schöpfen.

Da stellt sich die Frage: Kann Hoffnung motivieren? Oder ist Hoffnung die Basis für Motivation? Es kommt auch hier darauf an, aus welcher Perspektive man etwas betrachtet. Von Innen oder von Aussen. Der Frau in der Kirche empfehle ich, im Inneren zu suchen. Das Äussere, die Motivierung, funktioniert ja offensichtlich nicht. Sie soll sich irgendeine kleine Freude vor das geistige Auge zaubern und sich an etwas positives erinnern. Das muss nichts weltbewegendes sein. Da reicht schon ein Teller Pasta.

Basta.

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Glaubenssätze, Ideen und Gedanken, Krisenbewältigung, Lebenshilfe, Positiv handeln, Strategien und Modelle

Verlierer-Rhetorik

FCZ

«Jetzt geht es um alles. Wir müssen noch einmal eine solche Leistung abrufen, das Spiel in die Hand nehmen und auf den Platz bringen. Und dann müssen wir hoffen, auf das Schicksal.»

Das sagte gestern der Trainer des zwölffachen Schweizer Meisters FC Zürich. Es geht um die Abwendung der Katastrophe: Der Abstieg in die Nationalliga B. Zum letzten Mal war dies vor 26 Jahren der Fall.

Schauen wir uns die Sätze von Uli Forte mal genauer an:

„Jetzt geht es um alles.“

Das ist in doppelter Hinsicht falsch: Nicht nur JETZT, sondern in jedem Meisterschafts-Spiel geht es um Punkte, die letztlich entscheidend sind. Das JETZT ist in der momentanen Situation besonders kontraproduktiv. Es fokussiert auf die Krise und erhöht die Nervosität.

Und es geht nicht um ALLES. ALLES ist eine Generalisierung. Die Aussage geht über den Bezugsrahmen hinaus. Der Situation werden weitere, allgemeine Eigenschaften zugeschrieben und damit wird der Druck unnötig erhöht.

 

„Wir müssen noch einmal eine solche Leistung abrufen.“

Wir MÜSSEN gar nichts. MÜSSEN zwingt höchstens. WOLLEN ist besser und KÖNNEN noch besser. „Wir können noch einmal eine solche Leistung abrufen“ entspringt einem anderen Mindset. Es strahlt eher Zuversicht als Verzweiflung aus.

 

„… das Spiel in die Hand nehmen…“

Wie wär’s mit den Füssen?

 

„… und auf den Platz bringen.“

Wohin den sonst? In die Garderobe vielleicht?

 

„Und dan müssen wir hoffen…“

Hoffnung ist Vertrauen ohne Alternative.

 

„… auf das Schicksal.“

Amen.

 

Ein altes Sprichwort (widersprüchliche Quellenangaben) sagt:

„Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.“

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