Glaubenssätze

Raubtierkapitalismus

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Heute stelle ich unter der Kategorie: „dumme Aussprüche“ den Begriff Raubtierkapitalismus vor. Nein, besser ich stelle dieses Wort noch etwas zurück und zitiere erst einmal Ludwig Wittgenstein, der als ersten Satz in seinem Tractatus logico-philosophicus schreibt: “Die Welt ist alles, was der Fall ist“ und danach: „Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge“. Mit Hilfe dieser beiden Sätze gelingt es leicht, nachzuweisen, dass der Begriff „Raubtierkapitalismus“ nicht von dieser Welt sein kann. Wir sagen „Tier“, wenn wir es uns sparen wollen, ein bestimmtes Lebewesen genauer zu bezeichnen. http://www.youtube.com/watch?v=Ry49Jr0TFjk&feature=player_detailpage#t=14s
Schon das scheint sehr fragwürdig, doch was soll ein „Raubtier“ sein? Hier kann es sich doch nur um ein Tier handeln, das von einem Dieb geraubt wurde. Da Tiere keine Rechtssysteme pflegen und, da Raub Eigentum voraussetzt, untereinander nicht rauben können, bleibt nur die gewaltsame Wegnahme fremden Eigentums in einer menschlichen Gesellschaft. Doch, was hat ein Tier damit zu tun? Und was der Kapitalismus? In der Welt der Tiere ist Eigentum nicht der Fall und in der Welt des Kapitalismus gibt es keine Tiere sondern Produkte und Waren. Aus welcher Welt könnte das Wort Raubtierkapitalismus stammen? Oder handelt es sich hier nur um jämmerlich schwachsinniges Zusammensetzen der Worte Raub, Tier und Kapitalismus? Oder was?

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