Jetzt wurden wir gerade gewarnt, dass ohne AKWs die Lichter an einigen Tagen in der Woche ausgehen, da kommen auch noch Leute daher, die sich allein von Licht ernähren. Auch wenn diese Lichtnahrung nach Meinung der Ärzte nicht ganz ausreicht, so sollten wir doch die Gefahr erkennen:
„Der bekannteste „Lichtesser“ aus dem deutschsprachigen Raum ist Michael Werner,[18] der nach eigenen Aussagen seit 2001 von „Lichtnahrung“ lebt.[19] Vom Institut für Komplementärmedizin der Universität Bern wurde Michael Werner unter kontrollierten Bedingungen zehn Tage lang begleitet und untersucht. Werner nahm in dieser Zeit nur Flüssigkeit zu sich, die keine oder nahezu keine Kalorien enthielt. Die 2008 veröffentlichte Studie kommt zum Schluss, dass die Behauptung von Werner, auf herkömmliche Nahrung verzichten zu können, widerlegt sei. Werner verlor an Körpergewicht und auch die körperliche Leistungsfähigkeit nahm während des Selbstversuchs ab.[20]“ http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtnahrung
Ok, er war noch nicht ganz so weit, aber das war 2001. Heute lebt er ganz bestimmt ausschließlich vom Licht und er hat sicherlich Gefolgschaft, die ebenfall nur Licht essen. Tja, da wird die Schweizer AKW Trauergemeinde ihre Prognose von 2,8 lichtfreien Tagen pro Woche wohl bald nach oben korrigieren müssen, sofern das Licht in diesen Köpfen nicht schon ausgegangen ist und sie noch die 2 Watt für Rechenleistung aufbringen können.
Archiv des Autors: franzstowasser
Weisheiten
oder einfach nur Gejammer um den Lauf der Welt? Vielleicht auch einfach nur Alterswahnsinn, oder Einblick in die geheimen Gesetze der Erkenntnis.
„Der Herr Phrantz zitiert sich selbst
by Franz Stowasser on 31. Mai 2011
1. „ In einem Land, in dem SEIN und sein mit den gleichen Worten bezeichnet werden, gehört auch die Wahrheit zum anderen.“
2. ” Die Kopplung von Zeit und Raum war Einsteins Versöhnungsangebot an die Bürger-liche Wissenschaft, die Ewigkeit als Ware handelt.”
3. ” Der Herr hält das, was er nicht tut für das Wichtigste im seinem Leben.”
4. ” Statt den Objekten Handlungsmacht anzudichten sollten wir besser den anderen als Subjekt entdecken.”
Zitiert aus www.eukomm.de
Wir haben ja jetzt alle „facebook“ Konten, oder nicht? Wer liest denn noch weblog Einträge? Sind die nicht zu lang und zu kompliziert, oft sogar anspruchsvoll und schwer verdaulich, oder zu seicht und nicht direkt im Job anwendbar? Kurznachrichtn wirken dagegen lustig und kurzweilig´. Auch, wenn mich facebook dauernd fragt: „Was machst Du gerade?“ Als ob das/der/die Gerade als einzige Möglichkeiten des Denkbaren existierten. Es könnte ja auch fragen: „krümmst Du Dich, was willst Du morgen tun, was hast Du gestern veranstaltet?“ Ich gebe jetzt die ultimative Antwort: Ich mache nichts gerade, selbst wenn ich wollte, ich könnte ja gar nichts gerade machen, weil es Gerade nicht geben kann (das wußte nicht nur Hundertwasser). Die Gerade ist eine mathematische Annahme, die ich nicht erfüllen kann. Weshalb also fragt mich facebook systematisch nach einer Unmöglichkeit? Will es, dass ich mir meiner Kleinheit und Ohnmächtigkeit bewußt werde? Soll ich jammern über meine Unfähigkeit, eine Unmöglichkeit zu erfüllen?
Antwort auf die „nächste Gesellschaft“
Thesen zur nächsten Gesellschaft: Sprachblindheit
Parallel zu Dirk Baeckers 15 Thesen der nächsten Gesellschaft.
1. Memristoren, die neu verstandenen Bausteine der Elektronik bestimmen die unfreiwillige Geschichtskonstruktion der nächsten Gesellschaft.
2. Die Kulturform der nächsten Gesellschaft zeigt sich in der konsequenten Verneinung des Nicht-Ich und der gezielten Ansprache des Multi-Ichs. Identitäten werden aus der Vervielfachung der Eigenvermeindlichkeit gewonnen.
3. Eine Strukturform der nächsten Gesellschaft gibt es nicht, da Struktur gerade das darstellt auf dessen Kosten sich die nächste Gesellschaft etabliert.
4. Die Integrationsform der nächsten Gesellschaft wird obsolet, weil nichts vorhanden sein wird, in das integriert werden könnte. Vielmehr wird verworfen, was dem Multi-Ich nicht ähnelt. Unähnliches erscheint momentan als Kunst wieder.
5. Die Politik in der nächsten Gesellschaft erschöpft sich in der Bildung von Alltagsmetaphorik und narrativer Reglungsillusion (schöne Geschichten als Kleister für die bunten Tapeten).
6. Die Wirtschaft der nächsten Gesellschaft reduziert sich auf die Verteilung technisch machbarer Fortschritte und das Schaffen und Erhalten großer Kapitale.
7. Die Kunst der nächsten Gesellschaft heißt „Überleben“. Dieses Thema wird in den unterschiedlichen Aspekten an Verworfenem durchgespielt.
8. Die Wissenschaft der nächsten Gesellschaft ist tot, weil die Dokumentenstruktur durch Performate abgelöst wurde. Originalität kann und soll nicht mehr gewährleistet werden.
9. Die Religion der nächsten Gesellschaft heißt Datensammlung und Exekutive.
10. Die Organisation der nächsten Gesellschaft ist unbewußt kenogrammatisch. Die Leerstellen werden allerdings mit selbstreferentiellen Evaluationsdaten gefüllt.
11. Die Technik der nächsten Gesellschaft erschafft den ungeselligen Menschen.
12. Die Reflexionsform der nächsten Gesellschaft besteht in ihrer Formlosigkeit. Reflexion heißt dann nur noch: ständige Wiederholung starker Reize.
13. Der Begriff des Individuum stirbt mit der nächsten Gesellschaft. Individualität existiert nur als auf das Selbst bezogene Illusion. Die Massenmedien stellen stündlich leicht geänderte Illusionen zur Verfügung.
14. Die Moral der nächsten Gesellschaft liegt in der anerkennenden Evaluation der Medientätigkeit.
15. Die Negationsform der nächsten Gesellschaft ist eine Sprachkrankheit die sich in psychischen und körperlichen Störungen zeigt. Sie wird in dem Sinne unberechenbar produktiv, als sie nicht zurückweist sondern Anleihen unzeitgemäßer Moralfragmente tradiert. Lachen, eine bislang praktizierte Negationsform wird in Lachseminaren als Körpererregung erlernt.
Franz Stowasser Mai 2011
Nächste Gesellschaft
Zukunftsfähigkeit: 15 Thesen zur nächsten Gesellschaft
Dirk Baecker, Zeppelin University, Mai 2011
„(1) Die nächste Gesellschaft unterscheidet sich von der modernen Gesellschaft wie die Elektrizität von der Mechanik. Schaltkreise überlagern Hebelkräfte. Instantaneität erübrigt Vermittlung. Wo der Buchdruck noch auf Verbreitung setzt, rechnen die Computer bereits
mit Resonanzen. Die Dynamik der Moderne, die noch als Geschichte, Fortschritt und Dekadenz lesbar war, löst sich in Turbulenzen auf, die nur noch Singularitäten kennt.
(2) Die Kulturform der nächsten Gesellschaft ist nicht mehr das Gleichgewicht, sondern das System. Identitäten werden nicht mehr daraus gewonnen, dass Störungen sich auspendeln, sondern daraus, dass Abweichungen verstärkt und zur Nische ausgebaut werden.
Gleichgewichte sind leere Zustände; sie warten auf die nächste Störung. Systeme sind von sich aus unruhig; sie verschwinden, wenn sie keinen Anschluss finden.
(3) Die Strukturform der nächsten Gesellschaft ist nicht mehr die funktionale Differenzierung, sondern das Netzwerk. An die Stelle sachlicher Rationalitäten treten heterogene Spannungen, an die Stelle der Vernunft das Kalkül, an die Stelle der Wiederholung die Varianz.
(4) Die Integrationsform der nächsten Gesellschaft ist nicht mehr die Geschichte in ihrer Gegenwart als Fortschritt oder Dekadenz, sondern die unbekannte Zukunft in ihrer Gegenwart als Krise. Solange man nicht weiß, wie es weitergeht, vergewissert man sich eines Stands der Dinge, auf den kein Verlass ist.
(5) Die Politik der nächsten Gesellschaft ist militärisch, ökonomisch und ökologisch konservativ. Die Macht, die ihr bleibt, ergibt sich aus der Überzeugungskraft des Status Quo. Sie liefert die Adressen, an die man sich wendet, wenn man einen Überblick behalten möchte,
der nicht mehr möglich ist.
(6) Die Wirtschaft der nächsten Gesellschaft ist ambitioniert und leidenschaftlich. Die Welt wird laufend neu erfunden und immer nur wiederentdeckt. Wirtschaften heißt, seinem Kapital immer einen Schritt voraus zu sein.
(7) Die Kunst der nächsten Gesellschaft ist leicht und klug. Sie weicht aus und bindet mit Witz. Ihre Bilder, Geschichten und Töne greifen an und sind es nicht gewesen.
(8) Die Wissenschaft der nächsten Gesellschaft ist poetisch und mathematisch. Sie entwirft und berechnet das autonome Objekt. Sie allein ist zuständig für das Neue. Ihre Mathematik einer rekursiven Komplexität tritt an die Stelle des Kalküls, der Geometrie und der Linie.
(9) Die Religion der nächsten Gesellschaft ist großartig und gnadenlos. Sie berichtet von einer Welt, die umso fremder auf den Menschen zurückschaut, je weiter dieser in sie hineinschaut.
(10) Die Organisation der nächsten Gesellschaft ist kenogrammatisch. Sie definiert Leerstellen, die jederzeit anders besetzt werden können. Sie motiviert zu einer Arbeit, die nur in diesem Moment nicht austauschbar ist. Sie engagiert sich für Produkte, die den Kunden binden, indem sie ihn freisetzen.
(11) Die Technik der nächsten Gesellschaft macht die Welt zur Prothese ihrer selbst.
(12) Die Reflexionsform der nächsten Gesellschaft ist nicht mehr die Magie wie in der tribalen Gesellschaft, die Macht in der antiken Gesellschaft oder das Geld in der modernen Gesellschaft, sondern die Information. Religion, Politik und Wirtschaft treten ihre Orientierungsleistung an die Massenmedien ab. Die Allianz von Nachricht, Werbung und Unterhaltung wird paradigmatisch wichtiger als die Kommunikation mit abwesenden Göttern, die Einschränkung der Willkür und die Stabilität der Instabilität.
(13) Das Individuum der nächsten Gesellschaft spielt, wettet, lacht und ist ratlos. Es zählt wie in der Stammesgesellschaft, fühlt wie in der Antike, denkt wie in der Moderne und muss sich dennoch jetzt und heute an der Gesellschaft beteiligen. Es vergewissert sich seiner Gruppe, träumt von seinem Platz, berechnet seine Chancen und muss dennoch erleben, wie bereits die nächste Verwicklung es überfordert.
(14) Die Moral der nächsten Gesellschaft wird darin bestehen, auf die Unanschaulichkeit dieser Gesellschaft mit Augenmaß zu reagieren.
(15) Die Negationsform der nächsten Gesellschaft ist nicht mehr der Rausch, die Korruption oder die Kritik, sondern die Posse, die Transformation einer Unmöglichkeit in eine Möglichkeit. Sie ist so unberechenbar produktiv wie jede Negationsform; und dies nicht etwa,
weil sie nicht wüsste,….“
zitiert aus: http://www.dirkbaecker.com/15Thesen.pdf
Rückkehr zum alten Rom
hatte ich mir auch nicht so vorgestellt, eigentlich wollte ich mit der Bahn nach Rom reisen und mich dort wieder einmal umsehen. Nun kommen Brot und Spiele zu mir nach Hause. Gegen Brot hab ich nichts, die Spiele sind mir allerdings zuwider. LiveTötung (irgendwie paradox) im Präsidentenfernsehen, die Daumen hoch, die Daumen runter, Ave, Caesar, morituri te salutant. Die Todgeweihten grüßen Dich, nun, da gibts dann nichts mehr zum Jammern. Gabs da nicht eine weltweite Warnung vor grausamen Videospielen? Wurde fast unbemerkt die bürgerliche Realität zu einem Videospiel und uns wurden mit den Sony Daten auch die Playstations entwendet, so dass wir keine entscheidenden Knöpfe mehr drücken können? „Lass gut sein“, sagt mein Nachbar, „gehst halt das nächste Mal zur Wahl“ – darauf lächle ich bittersüß.

Moderne Zeiten
können gute Zeiten sein, schnelle Zeiten, intensive Zeiten. oder aber die illusion von Geschwindigkeit (Google zeigt mir jetzt keywordranks von Artikeln, die ich 2005 geschrieben hatte 😦 )
„Man sagt heute nicht mehr „Jugend“, nein! Die Jungen heißen heute Digital Natives, weil sie schon mit fünf ein Handy hatten, ohne das keine ungestörte Persönlichkeitsentwicklung im Digital Age möglich ist. Oma sagt: „Bald darfst du zur Schule. Brauchst du da nicht ein Handy zum Geburtstag?“ – „Wehe, ich bekomme ein Handy! Ich will ein Smartphone! Wehe, ich bekomme eins mit Tasten! Wehe, eines von (ups!), was Papa hat!“ Digital Natives fragen die Mama: „Ma, von welchem Portal habt ihr mich gedownloadet?“ Und Papa bittet: „Pass auf, meine Kleine, wir machen einen Deal, weil ich mit dem Computer absolut nichts blicke. Du arbeitest für mich im Home-Office für meine Firma und ich mache dafür deine analogen Hausaufgaben, die seit Humboldt die gleichen sind, die kann ja noch jeder wie ich, der aus der Steinzeit stammt.““ zitiert aus: Sinnraum
Überstanden
Viele meinen: „Gott sei Dank, die Krise ist überstanden“ und freuen sich. Ich freue mich auch, wenn sich viele freuen und denke doch etwas skeptisch darüber nach, welche Lernprozesse stattgefunden haben. Nun gut, Elektroautos werden gebaut, Menschen machen sich Gedanken wie sie vom Erdöl unabhängiger werden können und befürworten einen Wechsel zu erneuerbaren Energien. Was aber haben wir gelernt? Ducken und durchhalten? Weiterlaufen? Nach innen orientieren?
Was habe ich gelernt? Das kann ich beantworten: Meine Zukunftszenarien überprüfe ich jetzt regelmäßig und investiere viel mehr in Freude, Intelligenz, Kommunikation, Denken, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen statt in langfristige Versicherungsverträge, Anlagen und Fonds. Die Versprechungen aus der Welt von Morgen wurden für mich unglaubwürdig. Als ich „unglaubwürdig“ schreibe fällt mir auf, dass ich auch nicht mehr so leicht glaube wie vor der Krise, glaub‘ ich.
Der Herr schnarcht
und er schnarcht manchmal so laut, dass er nicht mehr im Liegewagen mit dem Zug fahren möchte, denn die Mitschläfer wirkten morgens sehr unausgeschlafen. Doch was stört er sich eigentlich an den Gesichtern der Mitschläfer? Er bedauert sie, wie er auch, hätte er sie denn, Nachbarn bedauern würde, die seine Musik mit anhören müssten. Der Genuss von Geräuschen scheint nicht so viel Freiwilliges zu haben wie das Betrachten eines Bildes. und vielleicht mindert gerade dieser Mangel an Freiwilligkeit den Hörgenuss, zumindest den Hörgenuss des Herrn. In Ländern mit wohlklingender Sprache wie Portugal oder auch an manchen Orten Italiens kann er die Reden der Leute als Musik empfinden und diese Musik genießen. Keine Sekunde hat er das Bedürfnis diese Musik verstehen zu wollen, im Gegenteil, ein Verständnis hinderte ihm am Genuss.
Urlaub
Ich brauche nur wenig Anregungen, meine Kopfgedanken und Kopfgespräche bilden Anregung genug, veranlassen mich, in die verschiedensten Richtungen zu denken, zurück in die Geschichte, nach vorn in die Zukunft, nach links zum Meer und nach rechts ins Mittelland, wo es jetzt vielleicht regnet und die kargen Berge in neuem Grün erscheinen. Dann wird mir an den Schultern etwas kalt, ich ziehe aber kein Hemd an, weil ich ja im Süden bin, wie ich auch keine lange Hose anziehe, eben, weil ich im Süden bin und im Urlaub. Urlaub findet in kurzen Hosen statt. So.


