Allgemein, Dialog, Glück, Jammern

Der Herr schnarcht

und er schnarcht manchmal so laut, dass er nicht mehr im Liegewagen mit dem Zug fahren möchte, denn die Mitschläfer wirkten morgens sehr unausgeschlafen. Doch was stört er sich eigentlich an den Gesichtern der Mitschläfer? Er bedauert sie, wie er auch, hätte er sie denn, Nachbarn bedauern würde, die seine Musik mit anhören müssten. Der Genuss von Geräuschen scheint nicht so viel Freiwilliges zu haben wie das Betrachten eines Bildes. und vielleicht mindert gerade dieser Mangel an Freiwilligkeit den Hörgenuss, zumindest den Hörgenuss des Herrn. In Ländern mit wohlklingender Sprache wie Portugal oder auch an manchen Orten Italiens kann er die Reden der Leute als Musik empfinden und diese Musik genießen. Keine Sekunde hat er das Bedürfnis diese Musik verstehen zu wollen, im Gegenteil, ein Verständnis hinderte ihm am Genuss.

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Allgemein, Dialog, Glaubenssätze, Jammern

Wahlmöglichkeit

Der Herr schaut aufs Meer

und sieht die blauen Wellen, jetzt,bei diesem Wind mit weißen Kronen von rechts nach links treibend. Der Herr fühlt sich als ein Mittelpunkt dieses Treibens, abwechseln mit den einzelnen Wellen, die er betrachtet. Das Meer hat viele Farben, vom tiefen Ultramarin bis zum hellen Grün und der Herr hat viele Gedanken. Diese Gedanken ziehen jedoch nicht wie die Wolken und die Wellen von links nach rechts, sondern auch gegenläufig in verschiedene Richtungen. und als der Herr dies beobachtet fällt ihm auf, dass Wellen und Wolken ebenfalls in die unterschiedlichsten Richtungen treiben, oft gleichzeitig. Eindeutig definierte Richtungen erscheinen jetzt als Reduktion der Wolken- und Meereswellenbewegung, als Reduktion, die gerne zur Vorschrift für menschliche Entscheidungen genutzt wird. Nachdem die Entscheidungsgrundlagen auf zwei ähnlich unattraktive Alternativen reduziert wurden, sollen wir uns für eine diese Alternativen entscheiden und so Stärke und Entscheidungskompetenz demonstrieren. Der Herr verzichtet.

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Allgemein, Glaubenssätze, Glück, Ideen und Gedanken, Jammern, Lebenshilfe

Glück – Pech – Glück – Pech

Glück besteht in der Kunst, sich nicht zu ärgern, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern sich zu freuen, dass der Dornenbusch Rosen trägt.
(Arabisches Sprichwort)

Jaja. Bestimmt. Wird schon so sein. Vielleicht nicht für alle gleich einfach zu meistern.

Glück bedeutet nicht, das zu kriegen, was wir wollen, sondern das zu wollen, was wir kriegen.
(Unbekannt)

Und wo liegt hier bitte der Unterschied? Ich will etwas und kriege es. Ich kriege etwas und will es. Mathematisch gleichbedeutend. In sich, auf der Zeitschiene betrachtet, ändern sich die Dinge. Das eine Wollen wird kriegerisch, das andere demütig. Von mir aus.

Eigentlich ein komisches Wort. „Glück“. Glück. Glück. Wenn man das so eine gewisse Zeit lang wie als Mini-Mantra vor sich hin denkt, redet oder liest verliert es nicht nur an Bedeutung, es wird fast lächerlich. Glück. Glükk. Ück. Ükkück. Haha. Hühü.

Fragen wir den Weihnachtsbaum:

Wiedikon, 1. Januar 2010

Zuerst hatte er Glück. Wuchs in einer gepflegten Baumschule auf, nicht besonders wild, dafür behütet. Jahr um Jahr ahnte er, wie viel Glück er hatte, wenn er Weihnachten draussen, mit seiner immer kleiner werdenden Familie, erleben durfte. Denn kaum wurde es Winter, holten sie seine älteren Geschwister. Dieses Jahr hatte er Pech.

Der Weihnachtsmarkt war nicht romantisch, immerhin hatten sie ihm noch kein Netz verpasst – er stand auf wackeligem Stumpf, langsam ausblutend, in einen Stahlständer geschlagen, auf dem Pflastersteinbelag vor dem Rathaus, hatte etwas Umschwung und fror. Von Aussen war er schön anzusehen. Regelmässig, dicht und kräftig, schöner Doppelspitz, amputierte Wurzel. Er kam rasch weg und hatte Glück.

Drinnen, an der Wärme, wo es nach Zimt roch, wurde er geschmückt, behängt und bewundert. Man beachtete ihn, achtete ihn, liebte ihn. Es ging ihm gut. Im Vergleich zum Truthahn sowieso. Eigentlich wollten sie ihn bis zum 6. Januar stehen lassen. Dort in „seiner“ Ecke. Doch bereits an Sylvester wurde über ihn geschnödet und am nächsten Morgen kam er dran. Innert Rekordzeit abgeräumt, aus dem Ständer gezogen und aus dem Fenster geworfen. Pech.

Jetzt liegt er da, seit drei Tagen, man geht an ihm vorbei, nicht achtlos – doch tun kann man ja nichts mehr.

Ein Elch isst pro Tag zwei Tannenbäume. Aber nur die, welche nicht geschmückt wurden, also die Unverkauften. Wegen Lametta und Wachs und so.

Glück gehabt. Wer weiss.

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Danke

Aeugst am Albis, 26. Dezember 2010, 16.35 Uhr

Ich bin Mitglied keiner Kirche und war früher mal evangelisch. Oder reformiert. Der Unterschied ist mir bis heute nicht klar. Jedenfalls war ich nicht katholisch und doch Christ. Es war und ist mir auch wirklich egal, wer an was glaubt. Ich mag diese Diskussionen um Religionen und Brauchtum nicht und weiche ihnen so gut es geht aus. Und hoffe, dass mich auch weiterhin alle in Ruhe lassen, die von mir in Ruhe gelassen werden.

Die wirklich zauberhaft winterliche Weihnachtszeit wurde heute Abend von einem bombastischen Sonnenuntergang gekrönt. Ich sass lange in meinem Sessel am Fenster und liess mich von diesem Naturschauspiel verwöhnen. Die Berner 4000er am Horizont wurden trotz zunehmender Dunkelheit immer heller, während die rote Kugel langsam im fernen Westen verschwand. Und mit dem Verschwinden des letzten Sonnenstrahls erschienen am Himmel plötzlich dutzende kleine Kondensstreifen von Flugzeugen, wie Kometen in Zeitlupe.

Und dann hatte ich das Bedürfnis, zu danken. Irgend jemandem. Für alles. Das sind sehr spezielle Momente. Allerdings auch ein wenig blöd, denn wem soll der Theist danken? Dem Glauben, dass es wohl so etwas wie einen Gott gibt und man ihn nennen kann, wie man will? Zum Besispiel Universum oder so? Ist zu unpersönlich und in diesem Moment auch unromantisch. Also habe ich mir ein leises „Danke, lieber Gott“ ausgeliehen und es hat sich angefühlt wie früher, als ich noch nicht so kompliziert dachte.

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Harte Zeiten

Zur Zeit jammern vor allem die Borkenkäfer. Sie haben allen Grund dazu: Temperaturen um -5° C.elsius. Brrrr. Und sie jammern ziemlich einsam, denn sie haben seit langer Zeit keine Presse mehr. Sie wurden schlicht und einfach von Bomben im Irak, Öl im Golf, Wasser in Pakistan, Berlusconi in Italien, Kachelmann in Frauen, und so weiter, überrannt. Tja.

Andrerseits sind das auch gute Nachrichten für die Borkenkäfer, denn wer sich quasi anonym in der Menge bewegen kann, ist privilegiert. Kann Energie sparen und sich ungestört auf den nächsten Auftritt vorbereiten. Berühmtheit und Präsenz ist nicht alles. Hat nicht nur Vorteile. Manchmal zwar schon. Anyway – think positive – der nächste Sommer kommt bestimmt! Irgendwann…

PS: Vielen Dank Franz für deine Beiträge. Wirklich hochstehend. Und entschuldige meine Sendepause. Ich mache jetzt auch wieder mit. Eher bodenständig. Man macht, was man kann.

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Klappentexte

Zusammenarbeit wird zeitnah im und für die Ästhetiken der kommutablen Klappentexte assoziiert. Die Produktionsmodi vereinheitlichen in der flexiblen Praxis eine stellvertretende eloquente Abwandlung. Die Funktion als Netztheorie urbanisiert die Klappentexte und präzisiert diese vor allem als Reizüberflutung. Diese Netzwerkaktivitäten sind eingängig und symptomatisch. Jede künstlerische Beschreibung mündet in einer Kybernetik, die in normativen, existenziellen oder typologischen Anstrengungen fluktuiert und zur Provokation mit schematischen Materialien wird. Zusätzlich kalibriert diese den Leerraum zu einer Publikation der Übergänge und revidiert als präzise Netzkultur eine Wechselwirkung mit den Planungsprozessen, welche wiederum durch Reizüberflutungen gekennzeichnet sind. Der Konsens, als Ort der Produktion NULL, in dem Affirmationen des Dokumentarismus fallweise stilistisch wiederholt werden schmälert den Distanzgewinn und trägt zu adäquaten Netzwerkaktivitäten bei. In Rerefenz zum Arbeitsprozess sind die emanzipatorischen Katalysatoren jene Rhizome welche zusammenhängend und eloquent einheitliche Exkurse verifizieren.

Für diesen Beitrag bedanken wir uns auch bei http://worte.at

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Allgemein, Business Strategien, Führungs-Training, KrisenNavigation Seminare und Coaching

Strategieänderung

angeregt durch dieses Video:

sollten auch die politischen Streiter ihre Strategie ändern. Ich plädiere für einfaches Mitgehen bei Politikern und Polizisten, mitgehen zu Teambesprechungen und Einsätzen, mitgehen wie der Schatten der Politik statt gegenüberstehen und starren.

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Allgemein

Vorsicht

damit das nicht die Ökonomen lesen:

„Modellabhängiger Realismus

Ein erster wichtiger Punkt, den Hawking in aller Klarheit betont, ist der, dass es seiner Meinung nach keinen theorieunabhängigen Realitätsbegriff gibt. Diese Aussage beschreibt genau das, was Physiker im Umgang mit den physikalischen Theorien immer wieder erfahren. Ohne Theorie „im Hinterkopf“ sind alle experimentellen Ergebnisse nur unverständliches Rauschen.“

aus: http://www.chronologs.de/chrono/blog/die-natur-der-naturwissenschaft/physik/2010-10-19/ber-das-buch-der-gro-e-entwurf-eine-neue-erkl-rung-des-universums-von-stephen-hawking

denn das würde diese Leute ja völlig aus der Bahn werfen. Wenn die Theoriemodelle dann auch noch machtabhängig wären, ja, nein, also, dann, das wäre unglaublich, wohin gehtst Du, Wahrheit?

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Allgemein, Business Strategien

Flotter Dreier

heute mal rein linktechnisch gesehen. Der erste Link zeigt Zahlen über die Vernichtung von Lebensmitteln in Deutschland, pro Jahr 15 Millionen Tonnen: Die Wegwerfer

Der zweite Link bringt uns zu denen, die noch ein wenig von den 15 Millionen Tonnen abhaben wollen und je nach Rechtssprechung dafür bestraft werden: Die Sammler

Und der dritte Link führt uns zu denen, die sich um stoffliche Nahrung schon lange nicht mehr kümmern. Die Banken, die aus Luft Geld und unsere Schulden machen: Die Transformer
Das reicht als Jammerlektüre für mehr als dieses Wochenende.

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