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Zeit brauchen

Aha.

Ich darf 3 Stunden gebraucht haben. Von was? Wofür? Seit wann? Absolut oder relativ? Ich darf? Wer verfügt über diese Rechte?

Kann ich Zeit brauchen? Sie anhalten? Beschleunigen? Verschwenden? Verschenken? Geniessen? Verwünschen?

Zeit fliesst. Sie rennt. Sie fliegt. Sie kommt und vergeht. Sie verrinnt. Manchmal steht sie einfach still. Welchem Betrachter soll man glauben?

Zeit und Raum sind mit dem Urknall entstanden, heisst es. Was war dann eine Sekunde vor diesem Ereignis?

Ich gebe auf. Ich habe keine Zeit für Gedanken an dieses verwirrende Konstrukt.

So eine blöde Tafel, die da wichtigtuerisch auf dem Golfplatz von Otelfingen im Rasen steckt. Keinen Ball habe ich danach mehr getroffen: Mein Timing war Vergangenheit und ich sah gegenwärtig keine Zukunft mehr.

So ein Jammer.

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Krisenbewältigung

Was bedeutet Faulheit?

Faul, wieder so ein Biologismus, der auf menschliches Handeln übertragen wird. Ein Apfel, eine Birne kann faulen, ein Mensch lässt im Darm faulen, aber „faul sein“ kann er nicht. Das zeigt auch Oswald Sigg in seinem Beitrag zum Antrag des BGE – Bedingungsloses Grundeinkommen:

DIE FAULHEIT IST ANSTECKEND
und birgt somit die Gefahr, zur übertragbaren Krankheit zu werden. Die Fäulnis kann sich von den BGE-anfälligen Schichten – in erster Linie Jugendliche, vermutlich aber auch Frauen und Kinder – als Epidemie auf die ganze Gesellschaft ausbreiten.
WIR VERGESSEN IMMER wieder, dass es mitten unter uns einen wachsenden Bevölkerungsteil gibt, der seit langem BGE-angesteckt ist. Es sind die AHV-Empfänger, vorwiegend ältere Frauen und Männer. Kaum erhalten sie die Rente, gehen sie nicht mehr arbeiten, sondern bleiben einfach zu Hause. Zitiert aus: http://www.grundeinkommen.ch/wp-content/uploads/das-recht-auf-faulheit.pdf

Vergessen wir also nicht immer wieder, sondern erinnern wir uns, wie wir schon als 16 jährige an Rente dachten um genügend Geld für ein Töff zu haben. Die Sicherung der Grundbedürfnisse ist eine humanistische Forderung. Einer Maschine wird die Sicherung ihrer Grundbedürfnisse vor Inbetriebnahme zugestanden – kaum jemand versucht heute noch ein Auto ohne Öl zu fahren und ohne wenigstens ein paar Liter Treibstoff in den Tank zu füllen. Auch Katze, Hund und Nympfensittich werden gefüttert. Menschenkinder jedoch müssen sich vom Krabbelalter an beweisen, sonst kommen Bobath und Volta, dann Sprechförderung, die ersten Siege im Kindergarten, schulische Glanzleistungen in Förderklassen, Zertifikate und Karrieresprünge in den ersten beruflichen Jahren und in den parallel laufenden musischen und sportlichen Aktivitäten. Sitzt jemand einfach nur da, ohne Hände und Finger zu bewegen, wird er als Mann entweder sofort zum Papst gewählt (es gibt eine kleine Geschichte über einen Buben in Italien der schweigt, nichts tut und dabei wichtig dreinschaut. Für seine Umwelt gilt das als Andacht und er wird Papst) oder zur Arbeit angehalten. Dabei ist die Art der Arbeit nicht maßgebend, Hauptsache, in Bewegung bleiben.

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Homerun

Nach 10 Wochen in Südostasien aus dem Rucksack gelebt, stehe ich morgens plötzlich gern vor dem Kleiderschrank und geniesse die Qual der Wahl. Das war vorher nicht so. Zeitlupentempo.

In Saigon (HCMC) leben rund 9 Millionen Menschen, die auf 7 Millionen registrierten Scooters die Strassen fluten. Irrsinn.

Die Bahnwagen 2. Klasse der SBB sind klasse. Sauber und pünktlich und klar angeschrieben. Vorher waren sie das nicht. Billetkontrolle.

Für 1 Dollar gibt es Suppen mit Tofu oder Nudeln mit Chicken oder süssen Reis mit Mango. Oder einen Granatapfelsaft. 2 Kilogramm Mangos gibt es für 80 Rappen. Schlaraffenschnäppchenland.

Flexible Vegetarier sind willkommen:

720 Jahre latenter Frieden versus 130 Jahre Krieg. Demokratie versus Unterwerfung. Kaffe crème versus Chilli-Schoten. Strikte Ladenschlusszeiten versus täglicher Überlebenskampf. Lichtsignalanlagen zu Dekorationszwecken. Es ist schon ziemlich anders.

Jetzt bin ich ja wieder da, bzw. hier und tanze entspannt ums goldene Kalb. Jammern war gestern, jetzt ist Dankbarkeit angesagt. Ablaufdatum?

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Glaubenssätze

Doppelte Deutung

Mein hochgeschätzter Kollege Dani schrieb: „Ich wuensche mir mehr Gehoer fuer alle, denen es dreckig geht.“ und ich zweifelte, ob das den Hungrigen im Staub viel bringt. Eine Musikerkarriere ist ja ohnehin nicht mehr drin und wer besser hört ist nicht immer besser dran – sagte schon mein Großvater. Ich bleibe also dabei, die Menschheit soll klüger werden. Ich fordere einfache solarbetriebene Rechner mit Internetanschluss für ALLE. Sprachen und Mathe lernen durch internationale Kontakte und youtube, gemeinsame Projekte planen und durch internationale Vernetzung viel viel klüger werden. Mitleid, wie gut es auch gehört würde, nützt keinem etwas. Mitleid stabilisierte immer nur die Wohlhabenden, die sich dann auf Mitleidsparties vollfressen und vollsaufen. Dagegen hab ich nichts, jeder soll seinen Spaß haben, aber lasst die, die lernen wollen lernen: JEDEM SEINEN INTERNETRECHNER.

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Glaubenssätze

Happy new ear

Im neuen Jahr sollen wir klueger werden. Ist das ein realistischer Wunsch an die Adresse der Menschheit, lieber Franz?

Wir sparen und recyclen krampfhaft – fuer unser Gewissen, unsere Werte und unsere Nachkommen. Das ist wahrscheinlich schon klug. Genau weiss ich das allerdings nicht, ebenso wenig wie mir bis anhin klar war, dass ohne Schuldenmacherei unser System an sich selbst zerbrechen wuerde. Quintessenz: Weshalb sollen wir uns also sorgen oder unser Verhalten aendern?

Sind wir nun zu viele oder sind wir einfach zu bloed?

Hier in Bangkok (bang a kok) hat es viele Bloede. Oder einfach aarogante Ignorante. Die Europaeische Unterschicht findet noch tiefere Schichten und verhaelt sich dieser gegenueber unmissverstaendlich. Wer zahlt befiehlt. Wer befiehlt braucht nicht zu danken. Wer nicht dankbar ist, wirft weg: Abfall, Vorsaetze, Menschlichkeit.

Ich wuensche mir mehr Gehoer fuer alle, denen es dreckig geht. In diesem Sinne:

HAPPY NEW EAR!

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Glaubenssätze

Alles Gute zum Jahreswechsel.

und vielleicht gehört es zu den guten Vorsätzen des Jahres 2012 auch einmal etwas anderes als Maintstream zu lesen und anzuschauen. Diese kurze Erklärung wirtschaftlicher Krisen zum Beispiel: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36123/1.html
Oder diesen Film zum Thema „Abfall“ und Überbevölkerung anschauen. Schon das Zitat von Michael Braungard: „.. wir sind nicht zu viele, wir sind nur zu blöd..“ zeigt, dass hier Wesentliches gezeigt wird: http://www.youtube.com/watch?v=O7FGfI8Y-Fw
Also, meine Wünsche für 2012: Klüger werden!

Viele Grüße
Franz Stowasser

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Glaubenssätze

Vielleicht, wenn wir ihn bitten

wird uns Dani ein paar Bilder einstellen von Herbstflügen im Leichtflugzeug über den Bodensee. Oben blauer Himmel und Sonne, unten Apfelplantagen, Golfplätze und Bodenseewasser. Eine der schönsten und lieblichsten Gegenden Deutschlands, dort am Untersee, Nähe Mainau und Reichenau. So herbstbunt das Land, so spiegelnd klar das Wasser, so zart und mediteran die Strände, von denen man bei Niedrigwasser viel zu sehen bekommt. Hoch oben der Dani im Leichtflugzeug, tief unten die Schweizer Marine im See mit dem U-Boot, auf den Uferstraßen Menschen, die mit Skistöcken am großen Akkupunkturprojekt arbeiten.
Ich jedenfalls freue mich auf den Nikolaus und wünsche schon jetzt frohe Festtage.

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Neue Hoffnung

Berlustconi, pardon, Berlusconi ist zurückgetreten. Tausende jubeln, liest man. Und:  Ende der Hängepartie, Volksfestsimmung in Rom! Und in den Nachrichten hiess es kurz danach, dass die Finanzmärkte positiv auf den Rücktritt reagieren. Toll! Öhm – wer bitte? Die.. wer? Finanzmärkte? Wer ist das? Oder: Wer sind die?  Und wen interessiert es, ob sie mit dem Volk mitjubeln, dessen Hoffnung sie teilen? Was für einen Wert hat deren Meinung noch? Die ganze Sache läuft aus dem Ruder, wir spüren es. Klar konnten wir nicht bemerken, dass der einfach zu erreichende Reichtum nur künstlich und von kurzer Dauer sein kann – wir waren allesamt geblendet von den unbegrenzt erscheinenden Möglichkeiten künstlicher Erfolgsprodukte von schlauen Finanzmathematikern. Jäger im Blutrauch halt. Wir alle. Tierisch und doch menschlich. Wir hofften immer noch. Und Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Der neue Hoffnungs-Träger heisst Mario Monti, ist 68er-jähriger Wirtschaftsprofessor aus Varese und ehemaliger EU-Kommisar. Sie nennen ihn bereits jetzt „Super-Mario“. Und die Finanzmärkte reagieren positiv. Gefühlsmässig bleibt nach dem Abgang des Cavaliere (wer hat wohl diese Missinterpretation kreiert?) nichts anderes übrig, als positiv zu reagieren. Was am Boden ist, kann nicht tiefer fallen. Diese Erkenntnis braucht wenig Verstand.

Also was ist jetzt wirklich positiv? Dass nun der Weg für neue Lösungen  geebnet ist?  Wir wissen, wie es lief: Papi wollte sich zum Abschied noch mit dem Durchdrücken des Sparpakets brüsten, um doch noch ein paar Euro-Punkte auf sein Konto zu buchen. Doch die Opposition hat ihm diesen Abgang vermiest und so ist man wenigstens einen weiteren Betrüger etwas schneller los. Doch was ist mit den Lösungen? Was genau ist jetzt geebnet? Der Weg zum vergrösserten EU-Rettungsschirm? Der Weg der armen Griechen zur Arbeit? Dass Milliardäre plötzlich einsichtig Steuern zahlen? Dass Deutsche weiterhin ihre EU-Angehörigen im Süden unterstützen? Dass explodierende Staatsverschuldungen und Konkurse von mitfühlenden Aktionären freiwillig gedeckt werden? Das ist etwa so naiv , wie das Umgruppieren von Liegestühlen auf dem Luxusdeck auf der Titanic.

Wessen Geld verteilen wir hier?

Die Finanzmärkte wissen es doch auch schon längst  nicht mehr. Sie reagieren einfach einmal positiv, weil sie sich so gegen aussen einfach verständlich machen und vertrauenswürdig erweisen können, um dann unter dem Strich weiterhin ihre persönlichen Rettungsschirmchen zu bauen. Doch was sollen alle die tun, die noch an Finanzmärkte glauben? Wie reagiert man positiv? Mario Monti-Aktien kaufen? Olivetti? Formaggio? Staatsanleihen? Vom Niedergang profitieren?

Wessen Schulden teilen wir hier?

Wir kehren zurück zu einer alten Logik: Von nichts kommt nichts. Was allerdings mehr schmerzt, ist die Weiterführung dieses Gedankens, der Blick in die Zukunft: Wo viel war, wird viel fehlen. Auch den Finanzmärkten. Wer immer das ist.

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Wahlfreiheit

Im Vorfeld des grossen Wahlherbstes, welcher von den üblichen hülsigen Versprechen und  unangenehmen Versprechern begleitet wird und an dem ich wie meistens zuerst den Überblick über die Kandidaten, dann die Geduld mit der direkten Demokratie und zum Schluss den Glauben an eine wirkliche Richtungsänderung oder Neueichung der gängigen Wertmassstäbe verliere, ist dieses Lied wie Balsam für Trommelfell, Gehörgang und Seele. Danke, Freund Wecker.

 

Es könnte schon gehen, von Konstantin Wecker

Gerade den Tag
wieder über die Runden gebracht, gelächelt,
gegessen, aus der Dose gelebt –
na, eben mitgemacht.
Dann raus aus der Enge, das Atmen geübt
und ins Bier gestürzt,
nach Mädchen geschaut, nach der Schönheit genickt
und die Lippen geschürzt.

Und dabei hätt ich heute so gern mal
ein bißchen Leben gespürt,
wollüstig, faul
und einfach nur Fleisch und nicht zugeschnürt.

Na ja, du siehst ja ganz genau, wie´s um mich steht,
und jetzt fragst du Arschloch auch noch, wie es mir geht!

Es könnte schon gehen,
aber sei doch mal ehrlich,
wenn du tust, was du willst,
dann lebst du gefährlich.

Freiheit, das heißt doch
für die, die dich lenken:
Frei bist du nur,
wenn du tust, was sie denken.

Gerade den Tag
wieder über die Runden gebracht,
nach Gründen gesucht
und dann doch ohne Grund ins Leere gelacht.

Von der Freiheit geblendet,
gleich wieder hinter der Ordnung verschanzt
und getreu der Devise von oben
ums Goldene Kalb rumgetanzt.

Und dabei wär´s doch jetzt höchste Zeit,
mal am Rad der Geschichte zu drehn,
die Fassaden zu stürmen
und endlich mal selbst dahinterzustehn.
Du weiß ja ganz genau, daß dieser Wind bei uns nicht weht
und jetzt fragst du Arschloch auch noch, wie es mir geht!

Es könnte schon gehen,
aber sei doch mal ehrlich,
wenn du tust, was du willst,
dann lebst du gefährlich.

Freiheit, das heißt doch
für die, die dich lenken:
Frei bist du nur,
wenn du tust, was sie denken.

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Glaubenssätze

Raubtierkapitalismus

*
Heute stelle ich unter der Kategorie: „dumme Aussprüche“ den Begriff Raubtierkapitalismus vor. Nein, besser ich stelle dieses Wort noch etwas zurück und zitiere erst einmal Ludwig Wittgenstein, der als ersten Satz in seinem Tractatus logico-philosophicus schreibt: “Die Welt ist alles, was der Fall ist“ und danach: „Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge“. Mit Hilfe dieser beiden Sätze gelingt es leicht, nachzuweisen, dass der Begriff „Raubtierkapitalismus“ nicht von dieser Welt sein kann. Wir sagen „Tier“, wenn wir es uns sparen wollen, ein bestimmtes Lebewesen genauer zu bezeichnen. http://www.youtube.com/watch?v=Ry49Jr0TFjk&feature=player_detailpage#t=14s
Schon das scheint sehr fragwürdig, doch was soll ein „Raubtier“ sein? Hier kann es sich doch nur um ein Tier handeln, das von einem Dieb geraubt wurde. Da Tiere keine Rechtssysteme pflegen und, da Raub Eigentum voraussetzt, untereinander nicht rauben können, bleibt nur die gewaltsame Wegnahme fremden Eigentums in einer menschlichen Gesellschaft. Doch, was hat ein Tier damit zu tun? Und was der Kapitalismus? In der Welt der Tiere ist Eigentum nicht der Fall und in der Welt des Kapitalismus gibt es keine Tiere sondern Produkte und Waren. Aus welcher Welt könnte das Wort Raubtierkapitalismus stammen? Oder handelt es sich hier nur um jämmerlich schwachsinniges Zusammensetzen der Worte Raub, Tier und Kapitalismus? Oder was?

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